SEK-Einsatz 

BKA gelingt Schlag gegen Rauschgifthändler in Lüdenscheid

Bei Durchsuchungen entdeckten die Ermittler unter anderem eine Indoor-Plantage mit 90 Cannabis-Pflanzen und Setzlingen.

Lüdenscheid / Hagen - Ein Schlag gegen die Rauschgiftszene gelang der Staatsanwaltschaft Hagen. Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) haben am Dienstag Haftbefehle gegen drei türkische Staatsangehörige im Alter von 45 bis 50 Jahren vollstreckt, wie die Staatsanwaltschaft heute mitteilte.

Ihnen wird vorgeworfen, jahrelang an Herointransporten im dreistelligen Kilogrammbereich beteiligt gewesen zu sein. In dem Zusammenhang hatte ein SEK-Team am Dienstag unter anderem ein Haus an der Altenaer Straße in Lüdenscheid durchsucht. Zudem wurden bei einem Beschuldigten 136 000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

Die beiden 45 und 50 Jahre alten Hauptbeschuldigten wurden in Lüdenscheid und Halver festgenommen. Den 45-jährigen Kurier nahmen die Einsatzkräfte am selben Tag in der Nähe von Nürnberg fest. Dabei wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft gleichzeitig ein Transport von 195 Kilogramm Cannabis aus den Niederlanden in die Türkei sichergestellt.

Bei den anschließenden Durchsuchungen im Großraum Hagen entdeckten die Ermittler zudem eine Indoor-Plantage mit 90 Cannabispflanzen und 30 Setzlingen, 1,5 Kilogramm Marihuana sowie mehrere scharfe Schusswaffen nebst Munition. Vier weitere Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen. Gegen zwei von ihnen ergingen Haftbefehle.

Erfolgreicher Schlag gegen Rauschgifthändler

Die Beschuldigten sollen Mitglieder einer türkischen Gruppierung aus der Region Hagen sein, die der Organisierten Kriminalität zugerechnet wird. Die Gruppe wird verdächtigt, mit anderen türkischen Tätergruppierungen ein illegales Logistiknetzwerk für Rauschgifttransporte über die Balkanroute und die Schwarzmeerregion gebildet zu haben. Sie soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft Herointransporte im jeweils dreistelligen Kilogrammbereich aus dem Iran und der Türkei nach Deutschland und in die Niederlande durchgeführt haben. Darüber hinaus habe sich während der Ermittlungen der Verdacht ergeben, dass die Organisation auch Cannabis, Kokain und Ecstasy von Westeuropa über die Balkanroute in die Türkei transportiert habe.

Im März und Mai 2015 wurden im Rahmen der im Bundeskriminalamt geführten Ermittlungen in Österreich und der Türkei bereits zwei Kokainlieferungen sichergestellt, am Dienstag dann auch der Cannabistransport.

Der Sachverhalt belege, so stellt die Staatsanwaltschaft fest, erneut die Nutzung gewerblicher Strukturen beim international organisierten Rauschgifthandel und die dadurch geschaffenen Möglichkeiten, grenzüberschreitend große Mengen an Betäubungsmitteln transportieren zu können.

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