Schimmelspürhund testet zukünftiges Flüchtlingsheim

+
Gruppenbild mit Hund: Petra und Claus Acker (hinten), Jana Ostermann und Jens Altenberger mit Sam.

Lüdenscheid -  Sam bleibt abrupt stehen und senkt die Schnauze in Richtung Fußleiste. Herrchen Jens Altenberger bedient den Klikker, sagt leise „good“ und reicht Sam ein Leckerchen. Sam ist ein Hund mit einem Job. Er spürt Schimmel auf. „Angestellt“ ist Sam in Jens Altenbergers Ingenieur- und Sachverständigenbüro NAPG mit Sitz in Meinerzhagen.

Am heutigen Tag prüft Sam das Gebäude an der Lüdenscheider Gartenstraße 52. Das mehrgeschossige Haus soll in Zukunft rund 80 Flüchtlinge beherbergen. Bis diese einziehen können, müssen allerdings alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen und alle Schimmelpilze beseitigt sein.

Schimmel aufspüren und genau lokalisieren

Der Einsatz eines Schimmelhundes sei sehr effektiv, erklärt Jens Altenberger: „Schimmelspürhunde können den Schimmel riechen – und sie können ihn sehr genau lokalisieren.“ Zimmer für Zimmer geht Jens Altenberger das Haus an der Gartenstraße ab, lässt Sam Böden und Wände untersuchen. Währenddessen vermerkt Claus Acker auf den Grundrissplänen des Hauses die Stellen, die Sam aufgespürt hat. „Wir schauen uns diese Bereiche dann noch einmal genauer an, entnehmen im Bedarfsfall Proben und geben diese an ein Labor“, erklärt Jens Altenberger.

Claus Acker notiert nicht nur die bedenklichen Stellen im Haus, die vielleicht noch von Schimmel befallen sind. Er ist auch vor Ort, um zu sehen, wie Sam seinen Job erledigt: „Meine Frau Petra und ich bilden Sam aus.“

Diese Stelle in der Raumecke markiert Schimmelspürhund Sam, in dem er stehen bleibt und die Schnauze senkt.

Seit acht Monaten ist der jetzt einjährige Golden Retriever Azubi bei Petra und Claus Acker. Und er macht seine Sache hervorragend, da sind sich alle einig. „Sam ist sehr interessiert und neugierig. Für ihn ist das Aufspüren von Schimmel keine Arbeit, sondern im Grunde ein Spiel“, erklärt Petra Acker. Und den angeborenen Spieltrieb macht sich die Hundeausbilderin zunutze. „Sam wird sein Leben lang Spaß an diesem Job haben“, prophezeit Petra Acker. Und schaut dann dabei zu, wie ihr Schüler den nächsten Raum auf Schimmel testet.

Englisch als Arbeitssprache

Auch Jens Altenberger musste im Rahmen der Ausbildung seines Hundes einiges lernen. „Ich musste Rituale schaffen, die Sam zeigen, dass was ansteht. Das beginnt mit dem Anlegen des Geschirrs. Wenn Sam das Geschirr sieht, weiß er: „Jetzt fängt die Arbeit an.“ Die Kommandos gibt Jens Altenberger seinem Hund auf Englisch. „Im Alltag sprechen wir natürlich Deutsch, sagen ‘sitz’, ‘Platz’ und ‘aus’. Englisch ist sozusagen die Arbeitssprache.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare