„Schimmel-Streit“: Verhältnis zerrüttet

LÜDENSCHEID ▪ Im „Schimmel-Streit“ zwischen der Lüdenscheider Wohnstätten AG (LüWo) und Anwohnern des Hauses Am Breitenfeld 16 droht der Wortführer der Nachbarschaft, Richard Leipold, den Kürzeren zu ziehen. Wie berichtet, hatte ihm die stadteigene LüWo fristlos gekündigt, nachdem der Mieter dem Unternehmen „arglistige Täuschung“ vorgeworfen hatte. Anlass war Schimmelbefall in den Mietwohnungen.

Gegen die Kündigung rechtlich vorzugehen, wie Leipold es sich vorgenommen hatte, dürfte nach Auffassung seines Rechtsanwaltes „wahrscheinlich ohne Chance“ sein, wie der LüWo-Mieter gestern im LN-Gespräch sagte. „Vielleicht hätte ich besser nur für mich und nicht gleich für die ganze Nachbarschaft sprechen sollen.“ Nun habe er den Eindruck, dass sich seine Mitstreiter von ihm distanzierten. Das gilt nicht für Jasmin Ibrahim, die auf derselben Etage wohnt. „Ich bleibe bei meinen Worten“, sagte sie gestern. „Es geht nicht darum, die LüWo schlechtzumachen, sondern darum, dass unsere Anliegen ernstgenommen werden.“

Nach wie vor hat sich der Aufsichtsrat des Wohnungsunternehmens nicht mit dem Thema Schimmel Am Breitenfeld 16 befasst. Das erklärte Bürgermeister und Aufsichtsratsmitglied Dieter Dzewas gestern auf Anfrage. Gleichzeitig schätzte Dzewas die Situation als wenig aussichtsreich ein. „Ich bin grundsätzlich am Konsens interessiert. Aber in diesem Fall scheint mir das gegenseitige Vertrauen zwischen den Parteien so gestört zu sein, dass ich wenig Chancen für eine gütliche Einigung sehe.“

Angesichts der schweren Vorwürfe gegen die LüWo sei das Verhältnis zerrüttet. Andererseits wollte Dzewas die Diskussion entschärfen. Der Wohnungsmarkt sei nicht so angespannt, dass man keine neue Bleibe finde. „Und als vernunftbegabte Menschen werden wir uns auch auf vernünftige Fristen für einen Umzug einigen.“

Olaf Moos

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