Einstimmigkeit beim DGB

Schildknecht als Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes wiedergewählt

Bernd Schildknecht Vorsitzender DGB-Kreisverband Märkischer Kreis
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Bernd Schildknecht hielt in der Lüdenscheider Phänomenta eine leidenschaftliche Rede, ehe er am Mittwoch einstimmig als Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes wiedergewählt wurde.

28 Ja-Stimmen von 28 Delegierten: Wer zuvor die leidenschaftliche Rede von Bernd Schildknecht gehört hatte, verstand diesen Vertrauensbeweis bei der Wiederwahl des Vorsitzenden des Kreisverbands des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Die Delegierten und ausgewählte Gäste aus dem Bereich der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik trafen sich am Mittwochabend in der Phänomenta in Lüdenscheid zu dieser einen Personalentscheidung. Und zu einem regen Austausch über die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen.

Die Gewerkschaften seien „überparteilich, aber nicht neutral“, erklärte Bernd Schildknecht in seinem Geschäftsbericht und benannte die Erwartungen an die Politik. „Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in Zukunft eine möglichst große Anzahl von gewerblichen Arbeitsplätzen haben.“ Die Formulierung beinhaltet eine gewisse Sorge, dass bestimmte Tätigkeiten in Zukunft nicht mehr so gefragt sein werden wie bisher. Die ökologische Krise hat den Verbrennungsmotor fragwürdig gemacht, was die heimischen Autozulieferer vor Probleme stellt.

Eine gewerkschaftliche Forderung ist die gerechte Lastenverteilung bei den anstehenden Veränderungen durch ein „Transformationsgeld“ analog zum Kurzarbeitergeld. Auch Vorruhestandsregelungen können den Verlust von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie abfedern. Angela Freimuth (FDP), Vizepräsidentin des Landtags, wollte dem Verbrennungsmotor allerdings noch nicht das Totenglöckchen läuten: Sie sprach sich für das Vertrauen in die Forschung und die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe aus.

Stefan Körzell vom DGB-Bundesvorstand machte auf die Bedeutung von Ausbildung für die Bewältigung derZukunftsfragen aufmerksam: „Wenn wir die Fachkräfte nicht haben, können wir uns die Klimaneutralität bis 2045 schenken.“ Fabian Ferber (SPD) unterstrich diese Position mit Blick auf den Kreis: Er beklagte eine sinkende Zahl von Ausbildungsplätzen und die damit verbundene Situation, dass mehrere Hundert Schulabgänger nicht in Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden konnten.

Doppelte Kosten für die Folgen der Corona-Krise und die wirtschaftliche Bewältigung der ökologischen Krise waren Anlass, über Geld zu sprechen. Bernd Schildknecht sprach sich für mehr Verteilungsgerechtigkeit und ein gerechteres Steuersystem aus. „Steuerpolitik geht uns alle an. Das ist keine Neiddiskussion.“ Auch eine Bürgerversicherung, also eine Altersvorsorge, die alle Berufstätigen einschließt, sei für ihn „kein Fremdwort.“ Stefan Körzell vom DGB-Bundesvorstand forderte einen Mindestlohn nicht unter zwölf Euro sowie eine Vermögens- und Erbschaftssteuer, die diesen Namen verdient: „Wir wollen einen ordentlichen finanziellen Ausgleich bei den Lasten dieser Krise.“

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