Schießstand Spielwigge im Visier

Peter Buchholz, Schallschutz-Sachverständiger, nimmt Messungen vor.

LÜDENSCHEID ▪ Der Schießstand Spielwigge wird gut frequentiert. Künftige Jäger legen hier einen Teil ihrer Jägerprüfung ab oder trainieren, um gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Davon bekommen auch Nachbarn etwas ab, und zwar weit mehr als ihnen lieb ist.

Die Schüsse hallen weit über den Schießstand hinaus. Am Freitagnachmittag war ein Sachverständiger vor Ort, um den Schall ins Visier zu nehmen und den Lärm möglichst zu mindern.

„Wir haben uns in der Vergangenheit schon viele Gedanken darüber gemacht, wie wir den Schall dämmen können. Doch das ist nicht so einfach. Daher haben wir einen Schallschutz-Sachverständigen eingeschaltet, der die Daten beim Gebrauch verschiedener Kaliber misst und über ein spezielles Computerprogramm analysiert, was machbar ist, um den Schall zu dämmen“, sagt Lüdenscheids Hegeringsleiterin Dorothea Zeppke-Sors. Kristallisiert sich eine Lösung heraus, könne die aber nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. „Der Landesjagdverband entscheidet, ob dies förderungswürdig ist. Die Obere Jagdbehörde – also das Land – übernimmt dann 80 Prozent der Kosten.“ Außerdem betont sie, dies geschehe alles auf freiwilliger Basis, denn der Schießstand sei ja genehmigt.

Dachdeckermeister Thomas Halbe und seine Ehefrau Michaela aus Schwiendahl sowie weitere Nachbarn werden die Bemühungen des Hegerings begrüßen. Schon länger nerven sie die ständigen Schüsse, die nach ihren Angaben teilweise täglich die Idylle lautstark durchbrechen. „Gerade nach Feierabend, denn dann haben die Jäger ja auch erst Zeit, knallt es fast ununterbrochen, samstags oft den ganzen Tag. Nachdem wir uns umgehört haben, stellten wir fest, dass sich auch Nachbarn in Piepersloh und sogar am Silberg gestört fühlen.“ Die Beschwerden haben die Halbes in einer Unterschriftenliste gebündelt, die sie Mitte November an den Märkischen Kreis schickten. „Trotz mehrfacher mündlicher Beschwerden und der Versicherung des Betreibers, Abhilfe zu schaffen, ist bis jetzt nichts passiert“, heißt es darin.

Der Protest ist beim Technischen Umweltschutz des Kreises gelandet. Von dort kam die Antwort, vor dem Haus der Halbes eine Lärmpegelmessung durchzuführen. Das ist ein halbes Jahr her. Getan hat sich noch nichts. Der zuständige Sachbearbeiter war am Freitag wegen Urlaubs nicht zu erreichen.

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