Schieflage beseitigt: „Härtha ist marktfähig“

Thomas Hertwig

LÜDENSCHEID ▪ Bei der Härtha Lüdenscheid GmbH zeichnet sich sechs Wochen nach dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine erfolgreiche Sanierung des Härtetechnik-Spezialisten ab.

Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres setzt auf einem Abschluss in einem „engen Zeitfenster“, so dass sich die dunklen Wolken über dem Betrieb noch bis Weihnachten verziehen könnten. Grundlage sei das Konzept von Geschäftsführer Thomas Hertwig, das Kunden und Lieferanten überzeuge.

„Die Kunden haben dem Unternehmen in den vergangenen sechs Wochen komplett die Treue gehalten. Weitere neue, lang laufende Verträge sind avisiert. Die 120 Mitarbeiter stehen voll hinter dem Konzept. Alle sind weiter mit an Bord und ziehen mit. Das ist extrem positiv“, betont Dr. Andres.

Die erfolgreiche Bewirtschaftung des Unternehmens durch Geschäftsführer Thomas Hertwig wird möglich, da durch den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Verbindung zum Mutterkonzern, der Haarmann-Gruppe, gekappt ist. Durch die zuletzt immer schlechtere Versorgung des Betriebes mit liquiden Mitteln durch die Konzernmutter sah sich die Geschäftsführung gezwungen, den Insolvenzantrag zu stellen. Härtha sei zwar weiter ein profitables Unternehmen gewesen, doch durch einen Gewinnabführungsvertrag mit der Haarmann-Gruppe die Liquidität in Schieflage geraten. „Diese Schieflage ist jetzt weg“, unterstreicht Dr. Andres. „Nun geht es darum, den Kunden klar zu machen, dass das operative Geschäft bei Herrn Hertwig in guten Händen ist, denn das operative Geschäft steht und fällt mit dem Geschäftsführer“, weiß der Insolvenzverwalter. Ein gutes Signal an Kunden und Lieferanten sei es, wenn es schnell zu einer Übergabe des Betriebes komme.

„Dank des klugen Insolvenzplanes und dem überzeugenden Konzept der Geschäftsführung, hinter dem Betriebsrat und Belegschaft hundertprozentig stehen, haben wir eine sehr gute Perspektive“, ist der Betriebsratsvorsitzende Bernd Windisch, der auch Vertriebsleiter ist, überzeugt.

Thomas Hertwig hebt hervor, dass alle 120 Arbeitsplätze erhalten bleiben: „Das garantieren wir. Härtha ist marktfähig, weil hier mit viel Herzblut gute Arbeit geleistet wird“, lobt er sein Team. Auch die IG Metall, der Arbeitgeberverband und die Spitzen der Politik hätten hohe Solidarität bekundet. „Härten ist Vertrauenssache“, fügt er hinzu und selbstbewusst: „Wir wissen, dass wir das schaffen.“

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