"Du bist nur zweimal jung"

Corona: Liebe mit Atemschutzmaske geht nicht

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Emotionen auf der Bühne sind mit Mund-Nasen-Schutz kaum darzustellen.

Lüdenscheid – „Das geht nicht“, sagt Christel Gabler, Vorsitzende der Lüdenscheider Altstadtbühne, wenn man sie fragt, ob ein Schauspieler mit Atemschutzmaske proben kann. Man brauche die Mimik des Gegenübers – „Drücken Sie mal Liebe aus mit ‘ner Atemschutzmaske“.

Also gibt’s kein neues Theaterstück, mit dem das Ensemble im Herbst an der Luisenstraße aller Voraussicht nach an den Bühnenstart gehen wird, sondern den Zoff zwischen Generationen, dessen Spielzeit Corona so abrupt beendete: „Du bist nur zweimal jung“.

Der Vorteil: Text, Mimik und Gestik sitzen, und damit halten sich etwaige Proben in überschaubaren Grenzen. „Die sind ja alle sehr professionell“, lobt Christel Gabler das Ensemble, „da reichen im September ein paar Proben, und alles sitzt wieder. Wir haben uns im Anschluss an eine Telefonkonferenz entschlossen, das Stück einfach für die nächste Spielzeit noch einmal aufzulegen.“

Acht Vorstellungen musste das Team absagen, 880 Gästen das Geld zurückzahlen. Gutscheine hätte einen zu hohen Arbeitsaufwand bedeutet. Und man wisse ja auch nicht, wie viele Besucher sich in der nächsten Spielzeit in die Altstadtbühne trauen. Gabler: „Das ist ja auch eine Frage, wie vorsichtig die Leute im Herbst sind.“ Mehr als 30 Vorstellungen umfasst die Spielzeit, 110 Besucher passen in den Saal, der Ticketverkauf läuft stets gut. Mehr als 3000 Lüdenscheider sehen pro Spielzeit die einstudierte Komödie.

Nun ist die Altstadtbühne seit nahezu zwei Monaten verwaist. Ab und wann schaut Christel Gabler mal nach dem Rechten, wischt die Putzfrau den Boden. Und hier und da hört man inzwischen mit den zunehmenden Corona-Lockerungen auch wieder Schauspieler reden. Der Nachwuchs nimmt Zug um Zug die Proben auf, Sprechproben, mit dem gebotenen Abstand, versteht sich.

Die jährlichen Regularien holen den Verein im Theater an der Luisenstraße ein – die Jahreshauptversammlung steht an. „Ich habe mich beim Ordnungsamt erkundigt – wir dürfen die Jahreshauptversammlung durchführen. Wir haben ja auch Platz genug. Da unsere Bühne über 110 Sitzplätze verfügt, haben die rund 30 Leute, die üblicherweise zu unserer Versammlung kommen, genügend Raum, um die Abstandsregeln einzuhalten“, sagt Christel Gabler mit Blick auf den 28. Mai, an dem um 19.30 Uhr die Jahreshauptversammlung im Theatersaal beginnt. Maskenpflicht ist obligatorisch, Masken müssen mitgebracht werden. Für Desinfektionsmittel ist an der Luisenstraße gesorgt. Neben Auszeichnungen verdienter Mitglieder und die Geschäftsberichten steht die Wahl des Vorstandes an.

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