CDU äußert sich zu Kulturhaus-Plänen

Scharfe Angriffe gegen Verwaltung

Um die Nutzung des Kulturhauses wird zurzeit heftig gestritten.

Lüdenscheid - Scharfe Angriffe gegen die Verwaltung richtet CDU-Ratsherr Björn Schöttler. In einer von seinem Fraktionsvorsitzenden Oliver Fröhling übermittelten Stellungnahme befasst er sich ausführlich mit der aktuellen Diskussion um das Kulturhaus. Eine seiner Kernaussagen: „Innerhalb der Privatwirtschaft wäre ein solch desaströses Personalmanagement sicher nicht vorgekommen.“

Schöttler schreibt, im Zuge der Diskussion um die Verlagerung von Teilen der VHS in Räume des Kulturhauses sei die CDU-Fraktion am Montag über die Planungen sowie über die Entwicklung der Vergangenheit informiert worden. Hierbei habe man „erschreckende Fakten“ zur Kenntnis nehmen müssen.

Wörtlich heißt es weiter:

„I. Akt: Sünden der Vergangenheit. Innerhalb der letzten elf Jahre ist es der Verwaltung nicht gelungen eine dauerhafte Lösung für die Besetzung einer Verwaltungsstelle zu finden, welche ein hohes Maß an Fachkenntnis (gerade im Bereich der Vermietung von Veranstaltungsflächen) erfordert. Es wurden mehrfach befristete Beschäftigungsverhältnisse geschlossen. Der hierdurch ausgelöste permanente Wechsel hat es leider den jeweiligen Personen unmöglich gemacht, eine für alle Seiten zufriedenstellende Ausfüllung der Stelle zu erreichen.“

In der Vergangenheit seien mehrfach Anfragen von potentiellen Interessenten von Vermietungsflächen aufgrund des mangelnden oder nicht ausreichend eingearbeiteten Personals nicht bearbeitet worden. Dies habe zu einer erheblichen Reduzierung der möglichen Vermietungseinnahmen geführt. Ebenfalls sei ein „proaktives“ Marketing in diesem Bereich aus denselben Gründen nicht möglich gewesen.

Schöttler: „Das ungenügende Personalmanagement der Stadtverwaltung trägt nach meiner Auffassung im erheblichen Maß dazu bei, dass es sich bei dieser kulturellen Einrichtung um eine Art ‘Sanierungsfall: handelt.“

Als „II. Akt“ nennt der Ratsherr „Aktionismus der Gegenwart“: „Nun bestehen seitens der Ampelkoalition und der Verwaltung die Bestrebungen der Verlagerung von Teilen der VHS in die Räumlichkeiten des Kulturhauses. Die hierdurch angestrebten Einsparungen würden sich einmalig auf 48.000 Euro belaufen. Dies wird jedoch nur realisiert werden können unter der Prämisse, dass die derzeit ‘grob’ geplanten Umbaukosten in Höhe von 500.000 Euro gehalten werden.“

Sollte diese Maßnahme tatsächlich so zur Umsetzung kommen, würden hier Fakten geschaffen, meint der CDU-Politiker. Zum einen beraube man den Stadtkern endgültig in dieser Form einmaliger Veranstaltungsmöglichkeiten, welche bei einer engagierten Vermarktung auch Einnahmen bringen könnten.

Zum anderen seien nach Auffassung der CDU die Wechselwirkungen zwischen den Besuchern der VHS und des Kulturhauses aktuell gar nicht abzusehen. Ebenfalls sei eine grobe Planung der Baukosten unzulänglich für eine Entscheidung mit dieser Tragweite. Es sei zu befürchten, dass hierdurch der Grundstein gelegt werde, welcher „zum letzten Akt für die kulturelle Nutzung des Kulturhauses führen“ könnte.

Zum „III. Akt“ (Vision für die Zukunft) heißt es in der Stellungnahme Schöttlers: „Um dies zu verhindern, sollte es bei dem ursprünglichen Plan verbleiben, dass für die VHS alternative Räume gesucht werden/neu gebaut werden. Gleichzeitig sollte die finanzielle sowie personelle Sanierung des Kulturhauses vorangebracht werden. Hierbei könnte eine Idee der abgelaufenen Wahlperiode wieder aufgegriffen werden, welche die Auslagerung von kulturellen Einrichtungen in eine Anstalt öffentlichen Rechts vorsah.“

Alternativ könne „vielleicht“ auch die Ausgliederung des Kulturhauses auf einen anderen privaten Träger geprüft werden. Die „Privatisierung“ von kulturellen Einrichtungen sei schließlich auch in anderen Kommunen schon erfolgreich umgesetzt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare