Hochwasser

Schäden in Höhe von 750 000 Euro: Sanierung von Schloss Neuenhof beginnt

Am Schloss-Nebengebäude kam es zu Unterspülungen. Stabilisierende Maßnahmen sollen zunächst weitere Schäden verhindern. Die endgültige Sanierung wird noch dauern, wie Schlossherr Gabriel von dem Bussche erklärte.
+
Am Schloss-Nebengebäude kam es zu Unterspülungen. Stabilisierende Maßnahmen sollen zunächst weitere Schäden verhindern. Die endgültige Sanierung wird noch dauern, wie Schlossherr Gabriel von dem Bussche erklärte.

Still und idyllisch liegt es da, so als sei nie etwas gewesen. Doch der Eindruck täuscht. Die Jahrhundert-Flut im Juli hat auch Schloss Neuenhof stark beschädigt.

Lüdenscheid – Der Elspe-Bach und andere, sonst unscheinbare Fließgewässer schwollen zu tobenden Fluten, zerstörten Teile des Schlosshofes, rissen eine Mauer vor dem Haupthaus weg, überschwemmten den Park und richteten Unterspülungen am Nebengebäude an. Die Feuerwehr evakuierte damals den Schlossherrn Gabriel von dem Bussche und seine Familie kurzzeitig.

Klagen will von dem Bussche trotz der massiven Zerstörungen an dem markanten Baudenkmal nicht: „Wenn man sieht, dass manche Menschen durch die Flut alles verloren haben, sind wir noch eher glimpflich davongekommen.“

Inzwischen hat das große Aufräumen rund um das Schloss begonnen. Der Schlosskeller – er war ebenfalls geflutet – ist nun wieder frei von Schlamm. Rund 70 Menschen – darunter viele Nachbarn und auch Spaziergänger – packten bei der Säuberung laut von dem Bussche mit an: „Das war ergreifend zu sehen. Es herrschte wirklich ein guter Geist.“

Die Kraft des Hochwassers: Im Zugangsbereich des Haupthauses hat die Flut schwere Zerstörungen hinterlassen.

Bauarbeiter haben inzwischen auch Stabilisierungsmaßnahmen am unterspülten Mauerwerk des Nebengebäudes vorgenommen – damit es dort nicht zu weiteren Schäden kommt. Die endgültige Sanierung folgt später. Ebenso die Wiederherstellung von Mauer und Schlosshof. Die Worte des Schlossherrn: „Das ist kompliziert und teuer und kann oft nur von speziellen Fachfirmen ausgeführt werden. Wir müssen ja auch den Denkmalschutz genau beachten.“

Insgesamt taxiert von dem Bussche die Schadenshöhe auf circa 750 000 Euro. 80 Prozent davon könnte womöglich die Fluthilfe NRW übernehmen: „Wir werden einen entsprechenden Antrag stellen und katalogisieren gerade die Schäden. Dennoch käme auf uns noch ein Eigenanteil in sechsstelliger Höhe zu.“

Auf jeden Fall, urteilt von dem Bussche, sei die vollständige Sanierung der betroffenen Gebäudeteile eine Langzeit-Aufgabe. „Wir rechnen mit drei bis fünf Jahren“. Spätestens 2026 aber soll alles fertig sein – dann steht der 700. Schloss-Geburtstag an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare