Besucherrückgang

Saunadorf Lüdenscheid: Betreiber geraten ins Schwitzen

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Es wird auch künftig weiter dampfen im Lüdenscheider Saunadorf. Ab Juli 2016 allerdings bleibt die Einrichtung an zwei Tagen in der Woche komplett geschlossen. Grund für die Maßnahme ist der Besucherrückgang.

Lüdenscheid - Das Lüdenscheider Saunadorf am Nattenberg bleibt ab dem 1. Juli 2016 dienstags und mittwochs komplett geschlossen. Momentan ist das Dorf sieben Tage in der Woche geöffnet.

Grund für die Einschränkung: ein Besucherrückgang und die dadurch ausgelösten wirtschaftlichen Sorgen.

Über die angepeilte Maßnahme informierten im LN-Gespräch Harald Metzger und Friedrich-Wilhelm Schmidt-Werthmann. Metzger ist Verwaltungsratsvorsitzender des Bäderbetriebs Lüdenscheid, Schmidt-Werthmann der für die Bäder zuständige Abteilungsleiter. Die Situation stellt sich aus Sicht der beiden Männer so dar:

Das 1999 in Betrieb gegangene Saunadorf hatte in Spitzenzeiten rund 65 000 Besucher pro Jahr. Das war 2005. Inzwischen sind es aber nur noch 45 000 Menschen, die jährlich in die Einrichtung strömen. „Macht pro Tag 55 Besucher weniger und einen Umsatzrückgang von einer halben Million Euro im Jahr.“ So die Worte von Schmidt-Werthmann. Eine Eintrittspreiserhöhung vor Zeiten von 19,50 Euro auf 22,50 Euro brachte kaum Positiv-Effekte. „Wir mussten also handeln“, sagt Metzger. Zeitweise war im Bäder-Verwaltungsrat gar der Verkauf oder die Verpachtung des Saunadorfs im Gespräch. „Wirklich realistisch waren diese Ideen aber nicht“, so Metzger.

Deshalb also jetzt die Reduzierung der Nutzungszeiten. Neben der Komplettschließung dienstags und mittwochs öffnet die Anlage ab Juli jeweils montags und donnerstags zwei Stunden später als bisher – um 16 Uhr statt um 14 Uhr. Damit ist der Montag als Frauentag grundsätzlich gesichert. Freitag, Samstag und Sonntag – das sind die besucherstärksten Tage – wird das Saunadorf weiterhin um 10 Uhr öffnen.

Das alles soll „kein Tod auf Raten“ sein, wie Schmidt-Werthmann betont. Auch bleibe der gewohnte Service im Saunier- und Gastro-Bereich voll erhalten. Für die Zahl der Beschäftigten sieht das anders aus. Aktuell arbeiten rund 30 Personen im Saunadorf. Die Hälfte davon als Aushilfskräfte. Von denen werden fünf nicht mehr beschäftigt werden können, prognostiziert Schmidt-Werthmann. Das Konzept sei mit dem Betriebsrat abgestimmt. Das Fazit von Harald Metzger: „Wir wollen dem Saunadorf eine Lebensperspektive geben.“

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