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Von der Schrott-Immobilie zum Wahrzeichen: Sauerlandcenter bekommt Glas-Mantel

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Von: Jan Schmitz

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Sauerlandcenter Lüdenscheid
Das Sauerlandcenter spiegelt sich in der Glasfassade des Volksbank-Gebäudes. Das 40,5 Meter hohe Gebäude soll ebenfalls mit Glas eingefasst werden. © Cedric Nougrigat

Von der Schrottimmobilie zum Lüdenscheider Wahrzeichen: Mit einer aufwendigen neuen Glashülle soll das Sauerlandcenter am Sauerfeld seinen Ruf als Schandfleck endgültig loswerden und gleichzeitig die „Skyline“ der Innenstadt prägen. Die Baugenehmigung für die Glasverkleidung liegt inzwischen vor.

Lüdenscheid - Noch vor Weihnachten will Eigentümer Musa Arisoy mit dem Einrüsten des 40,5 Meter hohen Turms beginnen. Anschließend werden die ersten Glasplatten angebracht.

Die Zeiten der weithin sichtbaren Waschbeton-Fassade sollen dann endgültig vorbei sein. „Wenn alles fertig ist, wird man von außen nur noch Glas sehen“, erklärt Arisoy, der die Immobilie Anfang 2020 aus einem dänischen Konsortium erworben hatte und im Anschluss die oberen Stockwerke im Turm für das Jobcenter des Märkischen Kreises herrichtete. Rund 80 Mitarbeiter haben dort Ende des vergangenen Jahres ihre Büros bezogen. Inzwischen ist sich der Investor auch mit der Stadt Lüdenscheid über einen langfristigen Mietvertrag handelseinig, der den Büromangel der Stadtverwaltung beseitigen soll.

Mehr als 50 Büros werden im ersten Obergeschoss und im Erdgeschoss für Mitarbeiter der Stadtverwaltung entstehen. Die Raumpläne sind mit seiner Architektin und der Stadt inzwischen weitgehend abgestimmt, die gewünschten Änderungen des Mieters notiert. In Kürze soll daher die Nutzungsänderung beantragt werden.

Mitte nächsten Jahres ins neue Büro

Anschließend wird mit dem Umbau begonnen, sodass die Mitarbeiter im Laufe des kommenden Jahres ihre neuen Büros beziehen können. Von Vorbehalten in der Rathaus-Belegschaft gegen einen Umzug ans Sauerfeld hat auch Musa Arisoy gehört. Er will den neuen Mieter und seine Beschäftigten mit Qualität und einer hellen Atmosphäre überzeugen: „Wir machen alles schön. Die Leute sollen sich hier wohlfühlen“, sagt der Lüdenscheider. Dazu gehört auch die Installation der Glasfassade, die sichtbares Symbol für den Wandel an der ehemaligen Schrott-Immobilie sein soll.

Die Glashülle hatte Arisoy bereits bei der Vorstellung seiner Ideen Anfang 2020 angekündigt. Im Zuge der Pandemie-Folgen hatte sich die Installation wegen Materialengpässen bei einigen Kleinteilen und der fehlenden Genehmigung bis weit ins zweite Jahr verzögert. „Die Planungen sind abgeschlossen, die Genehmigung liegt vor. Wir können loslegen“, sagt Musa Arisoy auf Anfrage unseren Zeitung. Probleme mit der kalten Jahreszeit sieht er nicht: Die erforderlichen Arbeiten seien weniger witterungsabhängig als zum Beispiel ein Anstrich und könnten auch noch in der Nebensaison durchgeführt werden.

„Wir machen alles schön. Die Leute sollen sich hier wohlfühlen“

Musa Arisoy

Nach dem Aufbau des Gerüsts und der Montage des Trägersystems – einer Pfosten-Riegel-Konstruktion – werden die farbigen Glasplatten eingehängt und befestigt. Die stabile Glashülle ist gedämmt und feuerfest. Der Investor rechnet mit Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro.

Optisch orientiert sich die neue Fassade an der Umgebung. Zwischen Erdgeschoss und dem zweiten Obergeschoss waren am Sauerlandcenter in der Vergangenheit bereits blaue Glasplatten montiert worden. Die Farbe und das Material finden sich auch am Volksbank-Gebäude auf den gegenüberliegenden Seite der Sauerfelder Straße. Den dort verwendeten grauen Farbton hat Arisoy nun auch für den Glasmantel am Turm ausgewählt.

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