Das war's

Der satirische Wochenrückblick

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Lüdenscheid - "Das war's: Der satirische Wochenrückblick": Mit spitzer Feder werfen wir an dieser Stelle wieder einen Blick zurück auf die vergangene Woche.

Samstag, 7. November: In einem LN-Bericht zur Eröffnung einer Gemäldeausstellung ist zu lesen von „dynamischer Führung der Spachtel“ sowie „rätselhafter Entwicklung im Bild“. Und: „Scheinbar ordnende Elemente scheinen nicht vordergründig auf“. Betrübt betrachte ich die Bilder und muss – frei nach Mark Twain – einsehen: Um die Schönheit mancher Kunstwerke würdigen zu können, bin ich einfach zu dumm.

Sonntag, 8. November: Die Zufahrt zur Gesamtschule wird häufig von Autos der Eltern blockiert. Und das ist auch gut so. Man kann Samira-Cheyenne und Fynn-Liam doch gar nicht früh genug klarmachen, dass Regeln immer nur für die Anderen gelten. 

Montag, 9. November: Auch im Stadtrat bleibt der Bürgermeister der Einzige, der gegen die Rücknahme der Kürzungen bei der Kinder- und Jugendförderung stimmt. Er sieht die Einhaltung der Zielvorgaben des Haushaltssicherungskonzepts gefährdet. Alle anderen Ratsmitglieder erweisen sich als wahrlich unbestechlich. Sie nehmen wirklich nichts an. Noch nicht einmal Vernunft.

Dienstag, 10. November: Lüdenscheid hat ja keine anderen Sorgen. Deshalb zettelt die Friedensgruppe jetzt wieder mal eine – sagen wir – Diskussion um die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag am Stadtpark-Ehrenmal an. Nun sieht der liegende Jüngling dort in der Tat eher nach Heldenverherrlichung aus, und er könnte auch durchaus einem einschlägigen Magazin entsprungen sein. Nun, vielleicht erledigt sich das Problem ja in Zeiten zunehmender Altmetall-Diebstähle irgendwann von allein. Und aus dem „Erwachenden“ wird ein „Verschwundener“.

Mittwoch, 11. November: Der Bau- und Verkehrsausschuss hat entschieden: Auf dem Rathausplatz darf künftig Fahrrad gefahren werden. Aber selbstverständlich nur im Schritttempo. Wer sich an diese Vorschrift hält, könnte sein Rad natürlich auch gleich schieben. Was soll der Blödsinn also? Die Auflösung folgt auf dem Fuß: Die Polizei kündigt ausdrücklich an, n i c h t zu kontrollieren. Alles klar. Und die Politiker, die den Radlern jetzt grünes Licht gegeben haben, dürfen sich dann auch gern ganz persönlich für jeden entsprechenden Unfall verantwortlich fühlen. Werden sie aber nicht. 

Donnerstag, 12. November: Ein besonderes Prachtexemplar der Gattung Radfahrer spricht spätabends eine Streifenwagenbesatzung an der Worthkreuzung an. Er brauche mal eine Zange, um die Bremse an seinem Rad zu reparieren. Da der 33-Jährige ab und zu auch mal ausatmen muss, riechen die Beamten schnell seine Fahne. 1,9 Promille hat er. Rauschgift genommen hat er auch – und einen Joint in einer Zigarettenschachtel versteckt. Ach ja: Das Fahrrad ist geklaut. Er muss es abgeben. Womit fährt er dann bloß demnächst über den Rathausplatz? 

Freitag, 13. November: Die Volkshochschule Iserlohn hat was, was auch die Lüdenscheider VHS ganz dringend braucht: ein Seminar „Derwisch-Drehen – Meditation in Bewegung“. Ich sehe sie schon vor mir, die Damen aus der Vollzeitgattinnen-Selbsterfahrungsfraktion – wie immer im rasanten Tempo nur um sich selbst und ihre Befindlichkeiten kreisend. Und dann fragen sie sicher auch bald nach der passenden VHS-Studienreise nach Derwischistan.

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