Das war's

Der satirische Wochenrückblick

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Lüdenscheid - "Das war's: Der satirische Wochenrückblick": Mit spitzer Feder werfen wir an dieser Stelle wieder einen Blick zurück auf die vergangene Woche.

Samstag, 6. Februar: Die katholische Kirche ist sprachlich ganz auf der Höhe dessen, was sie für den Zeitgeist hält. Die Narren von St. Medardus blicken bei ihrer Karnevalssitzung nämlich auf „22 geile Jahre“ zurück. Was droht uns demnächst? Die Ankündigung einer „rattenscharfen Abendmahlfeier“? Manchmal wär’s gar nicht so uncharmant, ein bisschen altmodisch zu bleiben. 

Sonntag, 7. Februar:  Ein ständiges Ärgernis ist die völlig vermüllte Abfall-Sammelstelle Ecke Richardstraße/Brüderstraße. AfL-Vordenker Peter Oettinghaus hat wieder mal erfolgreich vorgedacht. Seine geniale Idee: „Wenn dort keine Sammelcontainer mehr stehen, kann auch niemand seinen Unrat neben diese Behälter stellen. Also weg mit den Containern!“ Und schon ist das Kind schwungvoll mit dem Bade ausgeschüttet. 

Montag, 8. Februar: 16 junge Menschen haben die Ausbildung bei Enervie erfolgreich absolviert. Gerade einmal vier von ihnen sind zum obligatorischen Pressefoto angetreten. Der Rest guckt sich wahrscheinlich schon nach einem solventeren Arbeitgeber um. 

Dienstag, 9. Februar: Beim Verein Tages- und Pflegeeltern isst man nicht einfach Marmeladenbrötchen und trinkt Kaffee. Das wäre bei weitem zu banal. Der immensen Bedeutung des Vereins angemessen sind deshalb allenfalls „Austausch-“ oder „Jahresauftaktfrühstücke“. Ich freu mich schon auf das erste Selbstwertschätzungs-Grillfest. 

Mittwoch, 10. Februar: Wildwest in Herscheid: Der Lüdenscheider Geschäftsmann Carsten Engel, Leiter der munteren Gruppe „Bike-MK“, erklärt den Erfolg seines Clubs auch damit, dass viele Leute wohl keine Lust mehr hätten, sich „oftmals angestaubten Vereinsstatuten zu beugen“. Das bringt Jan Jarnuczak, den Vorsitzenden des TV Grünenthal, auf die Palme. Den Chef-Biker nennt Turnvater Jan öffentlich nur noch „diese Person“. Und droht: „Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!“ Wir nehmen den Vorturner beim Wort. Und warten darauf, dass er Carsten Engel zum Liegestützen-Duell um 12 Uhr mittags auffordert. Im Kreisverkehr natürlich. 

Donnerstag, 11. Februar: Acht Wochen lang kann man bei der heimischen VHS seine „Achtsamkeit“ trainieren. Nach der Methode „Mindfulness-Based-Stress Reduction nach Prof. Jon Kabat-Zinn“. Der sagt so tolle Sachen wie „Wenn du der Langeweile Aufmerksamkeit zuwendest, wird sie unglaublich interessant“. Oder – ich schwör’s: „Wenn wir irgendwo hin möchten oder uns in irgendeine Richtung entwickeln möchten, können wir nur von dort aus starten, wo wir gerade stehen.“ Überzeugend ist schließlich auch „Atme und lass sein“. Klingt wie ein verdammt guter Tipp, sich die 195 Euro Kursusgebühren zu sparen. 

Freitag, 12. Februar: Das Café Zuccaba auf dem Sternplatz hat seinen (Raucher-)Außenbereich der Winterzeit angepasst – mit einem Windschutz und natürlich mit Schirmen, die gut genug befestigt sind, auch miesem Wetter standzuhalten. Sieht noch nicht einmal übel aus. Doch das Rathaus dekretiert, das passe nicht zum Stadtbild und müsse verschwinden. Es geht doch nichts über Beamte, deren Lieblingsbeschäftigung es ist, kernlose schwarzbraune Früchte zu defäkieren. Was das nun wieder ist? Korinthenkacker natürlich.

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