Das war's

Der satirische Wochenrückblick

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Lüdenscheid - "Das war's: Der satirische Wochenrückblick": Mit spitzer Feder werfen wir an dieser Stelle wieder einen Blick zurück auf die vergangene Woche.

Samstag, 30. Januar: Zwei Expertisen zur Verkehrsbelastung an der Bräuckenstraße kommen zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Gutachter A sagt: „Gerade noch erträglich.“ Gutachter B meint: „Viel zu viele Autos.“ Wenn ich den Beweis brauche, dass zwei plus zwei gleich fünf fünf ist, dann werden ich Experte A verpflichten. Der hat einfach ein liberaleres Verhältnis zur Realität.

Sonntag, 31. Januar: Hochzeitsmesse in Lüdenscheid. Erster Programmpunkt auf der Bühne: Eine Rechtsanwältin klärt ausführlich über die Themen Gütertrennung und Scheidung auf. Advokaten entwickeln eben allenfalls beim Blick auf ihre Gebührenordnung romantische Gefühle.

Montag, 1. Februar: Lüdenscheids Feingeist-Society hat den ruchlosen Angriff der VHS auf ihr Kulturhaus erfolgreich zurückgeschlagen. Doch schon droht neues, schwerstes Ungemach. Am 21. Februar wird der Musentempel nicht nur zum Busentempel, sondern auch zu Versuchsküche, Handtaschen-Shöppchen und Lippenstift-Labor. Nicht weniger als 13 „Repräsentantinnen“ – also Vertreterinnen – verschiedener Firmen wollen nämlich Dessous, Haushaltsgegenstände, Lederwaren und Kosmetik an die Frau bringen. Also Tupperparty XXL. Im Vergleich zu dieser Muss-ich-haben-Orgie wäre ein VHS-Kursus Altgriechisch ja wirklich die reinste Katastrophe gewesen.

Dienstag, 2. Februar: Unsere hiesigen Schützenvereine wissen schon, warum sie mit dem nicht ganz unreaktionären Bund Historischer Deutscher Schützenbruderschaften nichts zu tun haben wollen. Dort bleibt offenbar weiterhin nicht nur Frauen der Zutritt verwehrt. Auch Ungetaufte, Wiederverheiratete und Homosexuelle haben – zum Beispiel am Niederrhein und in Ostwestfalen – denkbar schlechte Karten. Wenigstens mit Scheinheiligkeit haben die ausgesprochen historischen Schützenbrüder aber offenbar kein Problem.

Mittwoch, 3. Februar: AfL-Mann Peter Oettinghaus schlägt vor, das Museum als städtische Einrichtung zu schließen und in private Trägerschaft zu überführen. Dabei macht er den Fehler, zu behaupten, die Galerie sei ja schon privatisiert. Das ist eine Steilvorlage für SPD-Fraktionschef Jens Voß, der gleich den kompletten Vorschlag als „Quatsch“ einordnet. Schließlich, so rechnet Voß vor, ließen sich durch eine Museumsschließung nur 360.000 Euro sparen. Ist ja wirklich nicht der Rede wert. Bleibt nur die Frage, wer von den beiden Herren wenigstens versucht, über eine Verringerung der städtischen Schulden nachzudenken – und nicht ständig sogar Einsparungen widerspricht, die von der Verwaltung vorgeschlagen wurden.

Donnerstag, 4. Februar: Nun hilft es natürlich ungemein, beim Nachdenken nicht mittendrin aufzuhören. Grund- und Gewerbesteuer werden nämlich so oder so erhöht werden müssen. Da beißt die AfL keinen Faden von ab. Hätte Peter Oettinghaus gefordert, über Schließungen nachzudenken und gleichzeitig die Steuern maßvoller als geplant zu erhöhen – dann müsste man die Frage gar nicht erst stellen, ob seine Vorschläge ernstzunehmen sind.

Freitag, 5. Februar: An der Wilhelmstraße eröffnet demnächst ein Laden für Schlüpper und so. Er bietet Umkleidekabinen in stolzen vier „Lichtvarianten“. Denn: „So können Sie gleich sehen, wie Sie mit Ihrem neuen Lieblingsteil am Strand (Beachlight), zuhause (Homelight), bei Tag (Daylight) oder bei Kerzenschein (Candlelight) zur Geltung kommen.“ Toll! Fehlt nur noch die Variante „Maglite“. Damit die Dame des Hauses weiß, ob die neue Corsage auch im Licht der Taschenlampe eines Einbrechers noch ordentlich was hermacht.

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