Bremecker Hammer: Optionen werden ausgelotet

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Die ZGW wartet derzeit auf das Ergebnis der Probebohrungen.

Lüdenscheid - „Sanierungsoptionen ausloten“ heißt im Fachjargon das, was in rund drei Wochen am Bremecker Hammer passieren wird. Dann nämlich erwartet die Zentrale Gebäudewirtschaft das Ergebnis der Laborproben, die nach der Sperrung des Industriemuseums entnommen wurden.

Kurz vor dem Ende der Saison entdeckte das Team des Bremecker Hammers Schäden am Mauerwerk. In einer Blitzaktion wurde das Wasser abgelassen, mit dem aus dem angrenzenden Hammerteich die Hämmer betrieben werden, um den Druck auf das Mauerwerk zu reduzieren – „die einzig richtige Sofortmaßnahme“, attestierte seinerzeit Museumsleiter Dr. Eckard Trox – wir berichteten.

„Fest steht ja mal, dass das Mauerwerk alt ist, also gab es immer mal wieder kleinere Schäden, die aber nie ins Gewicht fielen. Das war nicht gravierend. Aber diesmal war das anders. Wir waren vor Ort und haben sofort eine Gefährdung der Gesundheit der Besucher beschlossen und den Hammer geschlossen“, erinnert sich Frank Kuschmirtz, Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gummistiefel waren noch nicht vonnöten, aber die Schäden waren deutlich erkennbar. Ärgerlich zwar, dass nur wenige Tage später Kunstschmiede aus ganz Deutschland am Bremecker Hammer erwartet wurden und diese Veranstaltung, die zu den Höhepunkten der Saison zählt, verlegt werden musste, aber mit Blick auf das Saisonende am 15. Oktober war die Schließung zu verschmerzen.

Nun wird hinter den Kulissen des Schmiedemuseums nach einer Lösung gesucht. Das Wasser des Teiches ist weit abgelassen, ein Gerüst stützt den Damm zum Schmiedemuseum hin ab, um den Druck auf das Mauerwerk zu vermindern. Von einem Büro, dass auf solche speziellen Arbeiten ausgerichtet ist, wurden in großer Tiefe Probebohrungen vorgenommen, die Aufschluss geben sollen über das Ausmaß der Undichtigkeiten.

Ende November werden die Ergebnisse vorliegen. Dann treffen sich alle Beteiligten vor Ort, um zu überlegen, wie’s mit dem Museum weitergeht und ob man vor dem Winter noch weitere Maßnahmen treffen muss. Der Rest sei auch eine Entscheidung des politischen Raumes: „Ich denke, wir reden da über nicht unerhebliche finanziellen Mittel, die für eine Sanierung notwendig sein werden. Wir reden hier nicht über die Portokasse“, mutmaßt Kuschmirtz, aber Arbeiten wie die am Bremecker Hammer seien für die ZGW kein Tagesgeschäft: „Wir hoffen alle auf realisierbare Vorschläge.“ - rudi

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