Sanierung des Rathaustunnels erst ab 2018

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Seit der Rathaustunnel – hier während einer Polizeikontrolle – nach der Übernahme der Baulast durch den Landesbetrieb Straßen.NRW spurweise gesperrt ist, warten die Autofahrer auf die Sanierung des Bauwerks.

Lüdenscheid - Auch in diesem Jahr bleibt der Rathaustunnel, wie er ist: Tempo-30-Zone, spurweise gesperrt, dunkel, sanierungsbedürftig, ein Ärgernis für viele Autofahrer. Im Herbst will Straßen.NRW die Arbeiten für eine grundlegende Modernisierung europaweit ausschreiben. Das bestätigt Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen beim Landesbetrieb, im LN-Gespräch. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen und etwa zwei Jahre dauern.

Während bei den Autofahrern der Eindruck entsteht, es bewege sich gar nichts in Sachen Tunnel, laufen hinter den Kulissen Gespräche, in denen die Verantwortlichen über „komplexe Zusammenhänge“ verhandeln, wie Siebert sagt. Zuletzt haben Straßen.NRW und der Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid (SEL) demnach eine Einigung erzielt. Es ging um die Art und Aufteilung der Entwässerung des Tunnels und der darüber liegenden Bebauung. Nun liege ein „Konsens für die Ausführungsplanung“ vor, bis Herbst soll auch die Leistungsbeschreibung ausschreibungsreif sein, sagt Ludger Siebert.

Nachdem der Rat der Stadt im vergangenen Jahr aus Gründen der Zeitersparnis gegen eine hochmoderne Brandkämpfungsanlage für den Rathaustunnel gestimmt hatte (wir berichteten), war dieses Thema zunächst vom Tisch. Maßnahmen für einen verbesserten Brandschutz sind laut Ludger Siebert trotzdem „jetzt absolut notwendig“. Etwa durch das Aufbringen neuer Betonüberdeckungen.

Aber weil der Tunnel auf lange Sicht durch den Einbau modernster Technik ertüchtigt werden soll, hält man bei Straßen.NRW an der Installation einer Brandlöschanlage fest. Siebert: „Das kann aber auch später, nach der Sanierung des Bauwerks, geschehen.“ Im Brandfall könne jedenfalls durch die Bebauung auf dem Tunneldach „weitaus mehr passieren“ als „nur“ ein Feuer in den Röhren.

Mit der Planung sind laut Siebert Spezialisten der Bochumer Maidl Tunnelconsultants GmbH beauftragt. Das Unternehmen beschäftigt Experten, die sich weltweit durchs Erdreich „buddeln“ und zum Beispiel Bauherren in Südamerika beraten oder als Sachverständige den Bau des 5,8 Kilometer langen Brenner-Eisenbahntunnels begleiten.

Bei Straßen.NRW arbeiten derzeit mehrere Teams an den Vorbereitungen für die Maßnahme in Lüdenscheid. Die Projektgruppe Tunnel in Hamm zeichnet dabei für technische Einbauten wie Elektroanlagen verantwortlich. Die Niederlassung im siegerländischen Netphen kümmert sich um den Betonbau und die Fahrbahnen.

Die auf zwei Jahre geschätzte Maßnahme soll nach derzeitigem Stand ohne lange Vollsperrungen über die Bühne gehen. Siebert: „Zuerst die eine Röhre, dann die andere.“

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