Der Wettlauf gegen den Strompreis

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Die Sauerfelder Straße in der aktuellen Beleuchtung. Langzeitbelichtung vom Sauerland-Center.

Lüdenscheid - Die „größten Fresser“ unter den alten Lüdenscheider Straßenlaternen liefen mit einer Anschlussleistung von 250 Watt. Ein großer Teil ist inzwischen ersetzt durch Leuchten mit 100 oder nur 70 Watt Leistung.

Die technische Sanierung der Leuchten im Lüdenscheider Straßenbild kostet Millionensummen. Doch die Reduzierung des Energieverbrauchs und damit auch des Schadstoffausstoßes ist unverzichtbar. Denn parallel zur Erneuerung der Leuchten, die seit 2010 läuft, explodieren die Energiepreise. Im Umkehrschluss: Je höher der Preis für eine Kilowattstunde liegt, desto schneller machen sich die Investitionen bezahlt. Wann sie sich genau amortisiert haben, lässt sich nur schwer berechnen, da sich der Strompreis jährlich ändert.

Einen Überblick über den Sachstand des Leuchtenprogramms gab im Bau- und Verkehrsausschuss jetzt Yvonne Schubert aus der Abteilung Bau- und Ingenieurwesen des STL, zuständig für Verkehrstechnik und Bauleitung. Ihre Zwischenbilanz von 2010 bis 2013: Der Verbrauch der Leuchten ist in diesem Zeitraum von 4,04 Millionen Kilowattstunden zurückgegangen auf 3,29 Millionen um 18,5 Prozent. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht 5000 Kilowattstunden. Die Straßenbeleuchtung Lüdenscheids benötigte im letzten Jahr damit so viel Energie wie 660 Haushalte.

Weniger Energieeinsatz bedeutet gleichzeitig aber nicht weniger Licht auf Straßen und Gehwegen, macht Yvonne Schubert deutlich. Wurden früher innerstädtische Fassaden taghell ausgeleuchtet, während Straßen und Gehwege im Dunkeln blieben, bringt aktuelle Leuchten-, Linsen- und Reflektortechnik das Licht dahin, wo der Fußgänger und Autofahrer es auch braucht. Frappierendes Beispiel seien die Leuchten des Typs „Knapper Straße“, der umgangssprachlich so genannten „Goldfischgläser“ am Knapp gewesen.Trotzdem bleibt das Leuchtenprogramm ein Wettlauf mit der Zeit. Für 14,2 Cent war 2010 eine Kilowattstunde zu haben, 22,61 Cent kostete sie im vergangenen Jahr. Die reinen Energiekosten lagen somit bei 744 000 Euro. Ohne Sanierung hätten sie allerdings bei 912 000 Euro gelegen, so die Rechnung.

Während das Durchschnittsalter der Leuchten von 32 Jahren auf 11 gesunken ist, ging auch der Ausstoß von Kohlendioxid massiv zurück. 600 Tonnen weniger CO2 hat die Sanierung bislang gebracht – „davon könnte man 750 Sattelzüge vom Bodensee bis Flensburg fahren lassen“, rechnete Yvonne Schubert dem Ausschuss vor.

- Von Florian Hesse

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