Visionen-Ausstellung zieht weiter ins Bürgerforum

Sammeln, sichten, Patensuche

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Hunderte Reaktionen gab's auf die Visionen-Ausstellung im Center. Am Dienstag zieht die Ausstellung ins Bürgerforum.

Lüdenscheid - Die erste Vision scheint schon umgesetzt: Die ersten beiden Mädels wurden in dieser Woche von Spaziergängern beim Baden in der Verse-Talsperre beobachtet. Doch ob Vision 60, die einen Teil der Sperre zum Schwimmen und für Freizeitmöglichkeiten freigegeben sehen möchte, jemals Wirklichkeit wird, steht bislang in den Sternen. Noch jedenfalls ist die Trinkwassersperre fürs Baden und Bootfahren tabu.

Seit dem 9. Mai sind die Tafeln mit den insgesamt 70 Visionen für Lüdenscheid im Stern-Center aufgestellt. Zugleich besteht für die Lüdenscheider die Möglichkeit, auf Kärtchen Bewertungen und eigene Anregungen abzugeben. Am Samstag, nach der letzten Leerung der Kartenbox, dürften so mehr als 600 Karten auf ihre weitere Auswertung warten. Das schätzt Willi Denecke als einer der federführenden Visionäre. Nach dem Ende der Ausstellung im Stern-Center werden die Tafeln am Dienstag ins Bürgerforum gebracht, wo sie dann bis zum 29. Juni zu sehen sein werden. „Und dann“, sagt Willi Denecke, „geht die Arbeit erst los.“ Man wolle eine komplette Auswertung machen, eine Tabelle erstellen und die Anregungen einordnen. „Vielleicht gibt es ganz neue Ideen, oder wir werden in verschiedenen Visionen bestärkt. Die rücken dann in der Prioritätenliste nach oben“, sagt Denecke.

Ein erster Blick auf die Anregungen, die die Lüdenscheider auf ihre Kärtchen geschrieben haben, zeigt auch hier eine große Vielfalt. Die Ideen für die Versesperre und den Nattenberg als Erlebniswelt (Vision 42) würden sehr positiv bewertet, zeigt sich Denecke etwas überrascht. Aber auch die bei vielen sichtbare kollektive Begeisterung – „alle Ideen genial“ – tun den Visionären nach monatelanger Arbeit gut.

Es gibt auch Stimmen, die sich statt aufwendig umzusetzender Visionen lieber schnelle Taten wünschen: „Das Stadtbild würde sich sicher schon enorm verbessern und die Stadt attraktiver werden, wenn weitaus mehr gegen die Verschmutzung und Verkrautung auf Bürgersteigen unternommen werden würde“, schreibt zum Beispiel ein Bürger. Stichworte wie „schöne, kostenlose WC-Anlagen“ oder „einen schönen Park“ zeugen von Wünschen, die jenseits von Visionen das alltägliche Leben in Lüdenscheid verbessern und verschönern könnten.

Die Umsetzung sei ein wichtiger Punkt, betont Denecke. In konkreten Planungen steckt man bereits für einen Weihnachtsmarkt in der Altstadt, Vision 68, wofür Denecke die Patenschaft übernommen hat. Paten, so seine Vorstellung, sollten die Umsetzung von Visionen begleiten. Wie viele das am Ende sein können, müsse gemeinsam analysiert werden.

Dass es bei alledem um die Zukunft Lüdenscheids gehe, um Denkanstöße und viel Eigeninitiative, wird Denecke nicht müde zu betonen. Enttäuscht ist er daher, dass bislang „null Reaktionen“ gekommen seien, die Themenvielfalt politisch zu diskutieren. Aber die Wirtschaft springe auf den Zug auf, freut er sich: Fünf große Visionen-Bücher zum Sponsorenpreis von je 1000 Euro hat er schon verkauft. 

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