Mit Salzsole und Decke

Autobahnmeisterei gerüstet für den Winter

Lüdenscheid - Mit Raureif und ein paar Schneeflocken, die allerdings noch nicht liegen blieben, haben sich die ersten „Winter-Symptome“ bereits gezeigt. Glaubt man den Meteorologen, dann soll Mittwoch der erste Schnee fallen. Frost, Schnee und Glatteis bedeutet: Hochkonjunktur für die Streudienste.

Und wer denkt, in diesem Metier gibt’s nichts Neues, der hat sich getäuscht. Zwar ist das gute alte Streusalz nicht zu ersetzen. Aber die Möglichkeiten, wie’s auf die Fahrbahn kommt, werden immer ausgefeilter, wie jetzt Jens Kaminski, Leiter der Autobahnmeisterei (AM) Lüdenscheid, im LN-Gespräch erläuterte.

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Zwei große Tanks neben der mit 1100 Tonnen Streusalz gefüllten Salzhalle sind ein Indiz für neue – wiederentdeckte – Technik: Salzsole. Dem Streusalz wird bei der AM Lüdenscheid eine 23-prozentige Salzsole-Lösung zugemischt, was die Wirksamkeit des Streusalzes erhöht. Über eine Zuführanlage kommt das Salz in einen Behälter und wird dort mit Wasser vermischt. 2014, so Kaminski, könnte auch die Lüdenscheider Außenstelle des Landesbetriebes „Straßen.NRW“ mit einem neuen Fahrzeug ausgestattet werden, das in der Lage ist, nur Sole auf die Fahrbahn zu bringen. Der Vorteil: Werde vorsorglich gestreut, verwehe der Wind das Salz häufig. Die flüssige Sole bleibe auf der Fahrbahn haften und könne besser wirken.

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Vorbereitung auf den Winterdienst‏

Salz-Engpässe wie noch vor zwei Jahren soll es in diesem Winter nicht geben. Dafür gibt es Notlager in Duisburg und Wenden. 19 Straßenwärter und drei Auszubildende stünden für den Einsatz parat. „Wenn wir einen Anruf von der Winterdienstzentrale in Hamm bekommen, stehen die beladenen Fahrzeuge fix und fertig einsatzbereit in der Halle“, erklärte Kaminski. Zwei der Fahrzeuge sind neben gelben Rundumleuchten auch mit Blaulicht ausgestattet, was nur in Ausnahmesituationen wie Verkehrsstillstand und nur auf der Autobahn eingesetzt werden darf. Zwei Blaulicht-Einsätze habe man 2012 gehabt, so Kaminski: „Wenn wir auf dem Weg zur Autobahn einen Stau haben, stehen wir selbst mit drin, weil wir dann das Blaulicht nicht benutzen dürfen.“

STL zeigt sich gut gerüstet

900 Tonnen Streusalz liegen parat, weitere 3500 Tonnen gibt es in Reserve – STL-Einsatzleiter Frank Wiemer erwartet den Wintereinbruch mit der Gelassenheit langjähriger Erfahrung. Man werde jetzt ein paar weitere Fahrzeuge umrüsten und „mal gucken, wie sich das entwickelt“. An die Autofahrer appelliert er: „Wer jetzt die Winterreifen noch nicht drauf hat, sollte sich beeilen. Und wenn Schnee liegt, dann bitte so parken, dass wir noch durch die Straßen kommen.“

Glätte lässt sich trotz allem nicht verhindern. Aber durch die Messstellen entlang der Sauerlandlinie in Verbindung mit einer vom 1. November bis 30. März über 24 Stunden besetzten Winterdienstzentrale gibt’s eine gewisse Sicherheit für Autofahrer. Die, heißt es, müssten ihre Fahrweise aber auch anpassen. Nicht immer werde den Mitarbeitern von „Straßen.NRW“ mit Verständnis begegnet, nicht einmal von Profis, von Berufskraftfahrern. Natürlich könnten die Straßenwärter nicht immer überall sein. „Sie kennen das: Es hat geschneit, der Schnee ist feucht und sie laufen durch den Schnee. Den bekommen sie hinterher nicht mehr weg geschüppt.“ Festgefahrener Schnee friere auf den Brücken von unten. Die Folge: Komplettsperrungen zwecks Räumung.

Im harten Wintereinsatz kann es sein, dass alleine die AM Lüdenscheid in 24 Stunden zwischen 120 und 150 Tonnen Salz verbraucht. „Da kommen wir mit einer Ladung maximal bis Drolshagen, wo noch einmal 450 Tonnen zum Nachladen lagern“, erklärte Kaminski. Trotzdem: Für den Fall der Fälle empfiehlt er, immer eine Decke im Auto zu haben. Das Sauerland ist halt unberechenbar. - vdw

So wird das Wetter in Lüdenscheid in den nächsten Tagen

Rubriklistenbild: © Foto: van de Wall

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