Salzgrotte am Sternplatz: Kurzkur in der Mittagspause

Im Haus Sternplatz 1 entsteht Lüdenscheids erste Salzgrotte. Ende April ist Eröffnung.

LÜDENSCHEID ▪ Brocken für Brocken wächst ein Teil des Himalaya-Vorgebirges die Wände hoch. 250 Millionen Jahre alte Kristalle fügen sich hinter noch abgeklebten Scheiben am Sternplatz 1 zu Lüdenscheids erster Salzgrotte.

Zwei Räume im hinteren Bereich des Ladenlokals lässt Monika Emmerich in ihrer Sanitätshaus-Zweigstelle aufwändig umbauen. Die Eröffnung ist für Ende April geplant.

Die Grottenbauer kommen aus Bottrop und bauen vier bis sechs Wochen an der Gesundheitshöhle. In Lüdenscheid errichten sie zusätzlich eine barrierefreie Vernebelungsgrotte, die eine 20-Minuten-Intensivkur für die Atemwege ermöglicht. Bis zur nächsten Salzgrotte müssten die Lüdenscheider derzeit rund eine Stunde fahren. Auch deshalb sind Monika Emmerich und Ellen Halbey von der Sanitätshaus-Geschäftsführung überzeugt: „Die Investition lohnt sich.“

Rund zehn Tonnen der aus Pakistan importierten Steinsalz-Brocken haben aus glatten Neubau-Wänden hinterm Stollen-Eingang eine Grotte für den alltäglichen Kurzurlaub gemacht. Kunst-Stalaktiten wachsen von der Decke Richtung Salzgranulatboden, durch die Wand plätschert Totes-Meer-Salzwasser und rieselt durch Reisigbündel zurück in den Kreislauf. Beleuchtung soll den Entspannungseffekt noch fördern. „Man schläft nach fünf Minuten ein“, sagt Stefan Hoppe, der gemeinsam mit Andreas Brabanski deutschlandweit Salzgrotten baut und in Hamburg selbst eine betreibt.

Auf die rund 40 Quadratmeter passen zehn Wellnessliegen; 45 Minuten dauert der Aufenthalt in der ebenfalls barrierefrei angelegten Höhle. Danach, so bestätigten Gesundheitsfachleute, könne man wieder frei durchatmen; die salzhaltige Luft lindere eine Reihe von Beschwerden. Unkompliziert und bezahlbar soll die Kurzkur sein, kündigen Monika Emmerich und Ellen Halbey an. Man muss sich nicht umziehen, lediglich ein paar Überzieher für die Schuhe gibt es.

Mit der Salzgrotte öffnet das Sanitätshaus Emmerich 52 Jahre nach Gründung neue Türen. Vielfalt lautet das Gebot der Stunde im Gesundheitswesen und hiermit, so hofft man, könne man in der Stadt einen neuen Trend begründen. Neben dem Stammhaus an der Knapper Straße 31 rückt Emmerich daher künftig nicht nur mit seinem Kernangebot weiter ins Zentrum vor, sondern fügt einer von Natur aus höhlenreichen Region noch eine ganz spezielle Attraktion hinzu.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare