Mit Säge und Axt Telekom-Mast gefällt

Wilhelm Schwarz bereinigt das Telekom-Netz auf seine Weise.

LÜDENSCHEID ▪ Wilhelm Schwarz wirft die Baumsäge an, sägt am Fuß des Masten Nummer 9 einen Schlitz in den Stamm, setzt einen Keil in die Ritze und treibt ihn mit der stumpfen Seite der Axt weiter ins Holz.

Der Stamm ist zäh. Noch einmal muss die Säge ran, dann fällt er. Es ist kein Baum, der hier das Zeitliche segnet, sondern ein Telekom-Mast auf dem Gelände Schuster/Langenohl am Niederwehberg. Schwarz ist hier für die Schulwegsicherung und die Waldpflege zuständig. Ein Weg durch die rund 2000 Quadratmeter große Waldfläche führt zur dahinter liegenden Adolf-Reichwein-Gesamtschule. Ansonsten grenzen an das Gelände der Kleingartenverein Schafsbrücke mit dem Clubhaus sowie private Parzellen. „Immer wieder werden Leitungen durch die Bäume beschädigt. Bestimmt schon zehn Mal war dann die Telekom vor Ort und hat das repariert. Dabei würden anstatt der zehn bis zwölf Masten zwei reichen. 400 Meter könnten dann gekappt werden“, habe er von der Telekom gehört. Und er habe grünes Licht von der Telekom, mit der Fällung eines Masten mittendrin eine Bereinigung der Fläche vorzubereiten.

Die Telekom weist diese Darstellung energisch zurück. Bei Störungen kläre vor Ort ein Sachbearbeiter die Lage. Die Reparatur oberirdischer Leitungen nehme dann nicht die Telekom selbst vor, sondern ein beauftragtes Unternehmen. Dabei seien auch vertragliche Bestimmungen zwischen der Telekom und dem Besitzer des Geländes zu berücksichtigen. „Wir erteilen aber niemandem eine Prokura, Masten abzusägen.“ Wilhelm Schwarz drohe sogar eine Regressforderung, sagte Uwe Seibel, Referent für oberirdische Leitungen. Ausgewiesene Mastfelder dürften zudem einen bestimmten Radius nicht überschreiten. Sei der zu groß, drohten Kabel zu reißen. Jetzt werde sich ein Experte ein Bild machen, welche Maßnahmen getroffen werden müssten, um den Schaden zu beheben

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