Sadomasochistischer Arzt klagt weiter

LÜDENSCHEID ▪ Vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg wird Donnerstag, 16. Juni, ab 9.15 Uhr weiter über die Klage eines Lüdenscheider Facharztes verhandelt, dem die Bezirksregierung Arnsberg die ärztliche Zulassung (Approbation) entzogen hatte.

Dabei sollen erstmals ehemalige Patientinnen aussagen, die der Arzt bei sadomasochistischen Sexualpraktiken erheblich verletzt haben soll. Darüber hinaus wurde der Mediziner wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Erklärung in einer Vermögenssache vor dem Landgericht Bochum zu einer Bewährungsstrafe von elfeinhalb Monaten verurteilt. Zwei Ermittlungsverfahren wegen sexueller Nötigung, Vergewaltigung und Körperverletzung stellte die Staatsanwaltschaft jeweils ein. Neunfache Steuerhinterziehung, Trunkenheit im Verkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis komplettieren die Liste, mit der die Bezirksregierung die Unwürdigkeit des Mannes für den Arztberuf zu untermauern suchte.

Die Klage des Mediziners gegen diese Entscheidung hatte aufschiebende Wirkung, weshalb er bis heute in seiner Lüdenscheider Praxis Patienten empfängt. Darüber hinaus operiert er Patienten in Krankenhäusern außerhalb von Lüdenscheid.

Die Vorsitzende Richterin hatte in der Auftaktsitzung am 7. April Zweifel geäußert, ob die Vorwürfe ausreichen, dem Facharzt die Zulassung zu entziehen. Das Gericht entschied sich dann aber doch, Zeuginnen zu vernehmen. ▪ thk

Die Sitzung beginnt am 16. Juni um 9.15 Uhr im Verwaltungsgericht Arnsberg, Saal 207.

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