Ein Reservoir für bessere Wasserqualiät

Willy Binczyk stieg in die Kaverne hinab, die in regelmäßigen Abständen von Schlamm gereinigt werden muss.

Lüdenscheid - Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Der 21. Teil der Bilderserie führt in die Unterwelt.

Rundgang durch Alt-Lüdenscheid:

Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer neuen Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen dabei Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Viele der Häuser sind lange abgerissen, andere Ausblicke mit neuen Häusern zugebaut. Die Bilder stammen aus dem LN-Archiv, dem Stadtarchiv und der Sammlung Schumacher, die Texte in gekürzter Form aus dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ (ISBN: 9783981332513 ).

Vor dem heutigen „Reidemeister“, früher „Sturm“, der Kneipe mit der ältesten Schankkonzession der Stadt, liegt unter der Fahrbahn der vorderen Hochstraße ein Wasserreservoir. Bis ins 17. Jahrhundert hinein wurde das Wasser Einzelbrunnen entnommen. Sie speiste man durch Quellwasser vom Loh und Staberg.

Das Wasser wurde den Brunnen in einem System von Stollen, offenen Gräben (Ackeldruften) und Holzleitungen zugeführt. Das reichte trotz allen Bemühens auf Dauer jedoch nicht aus. Zudem litt die Wasserqualität unter der Verschmutzung aus den Fabriken.

1877 wurde dann ein unterirdisches Reservoir mit einem Fassungsvermögen von 300 Kubikmetern gebaut, in dem das Wasser aus bereits vorhandenen Stollen gesammelt wurde. Die Kaverne hat eine Länge von 32,50 Metern, an ihrer breitesten Stelle eine Ausdehnung von 5,20 Metern und verjüngt sich dann auf 2,50 Meter. Die Höhe des Reservoirs schwankt zwischen 3,60 Meter und 3,23 Meter. Von hier aus wurde im Übrigen auch das 1905 gebaute Schillerbad mit Wasser versorgt.

So sieht es in der Kaverne unter der Hochstraße aus.

Das obere Bild zeigt den in Lüdenscheid bekannten Willy Binczyk beim Einstieg in die Kaverne. Die Umstehenden werden ihm folgen. Im Abstand von circa 20 Jahren muss das Wasserreservoir gereinigt werden. In ihm sammelt sich Schlamm an, der entfernt werden muss.

Das Bild rechts erlaubt einen Blick in die Kaverne. Die Bevölkerung und die Zahl der Betriebe Lüdenscheids nahmen zu, so dass man sich gezwungen sah, einen Wassergewinnungsstollen, der sich bis zum Stilleking erstreckte, und dann später einen Wasserhochbehälter auf der Höh zu bauen.

 

Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Teile unserer Serie "Alt-Lüdenscheid"

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