Erinnerungsstücke im Straßenpflaster

Lüdenscheid - Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Die 24. und damit vorletzte Station auf dem Bilderspaziergang durch das alte Lüdenscheid ist die Luisenstraße.

Rundgang durch Alt-Lüdenscheid:

Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer neuen Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen dabei Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Viele der Häuser sind lange abgerissen, andere Ausblicke mit neuen Häusern zugebaut. Die Bilder stammen aus dem LN-Archiv, dem Stadtarchiv und der Sammlung Schumacher, die Texte in gekürzter Form aus dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ (ISBN: 9783981332513 ).

Das ehemalige Haus Nr. 20 wurde um 1720 erbaut und 1966 abgerissen. Die dahinter liegenden Häuser wurden ebenfalls abgebrochen und schafften Platz für den von K.T. Neumann gestalteten Brunnen. Die Umrisse der Vorderfront mit dem verschieferten Giebel sind gleichsam symbolisch für die Vergänglichkeit vieler Gebäude in Lüdenscheid im Pflaster vor dem Brunnen eingelassen.

Auf der rechten Seite erkennt man die etwas zurückliegende Gaststätte „Jägerhof“, die 1977 der Spitzhacke zum Opfer fiel. In diesem Hause befand sich in den Jahren 1902 bis 1937 der jüdische Betraum. Eine Synagoge gab es in Lüdenscheid nicht, da die jüdische Gemeinde zu klein war. Auch das weiter hinten erkennbare Musikhaus „Linz“ wurde abgerissen.

Die Luisenstraße ist nach Louise Kerksig (1788-1860) benannt. Sie war die Ehefrau des sogenannten „Maire“ Kerksig, der in der Franzosenzeit Bürgermeister in Lüdenscheid war. Louise Kerksig verließ 1842 Lüdenscheid. Bis dahin war sie Leiterin des evangelischen Frauenvereins gewesen, einem Verein, der viel für die Armen der Stadt getan hatte.

1858 wurde zwischen Louise Kerksig und dem Bürgermeister Nottebohm ein Vertrag über die Übereignung von Grundstücken an die Stadt geschlossen. Alle daraus fließenden Erträge sollten zum Bau eines Krankenhauses verwendet werden. Das Krankenhaus nahm 1859 mit zwölf Betten seine Arbeit auf und erhielt den Namen Louisenstiftung. Sein Standort wurde zu Ehren der Stifterin Luisenstraße genannt.

  

Hier finden Sie alle weiteren bisher veröffentlichen Folgen der Serie "Alt-Lüdenscheid"

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