400 Taler für eine Kapelle

St. Joseph und Medardus wurde zwischen 1883 und 1885 erbaut, mehrfach umgebaut und auch erweitert.

Lüdenscheid - Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Der 17. Teil unseres Bilderspaziergangs führt uns zu St. Joseph und Medardus.

Die katholische Kirche St. Joseph und Medardus am Sauerfeld bildet die nächste Station des Bilderspaziergangs durch das alte Lüdenscheid. Sie wurde in den Jahren 1883 bis 1885 im Stil der norddeutschen Backsteingotik nach den Plänen des Paderborner Architekten Arnold Güldenpfennig errichtet. Zunächst erhielt sie nur einen Dachreiter, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Rundgang durch Alt-Lüdenscheid:

Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer neuen Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen dabei Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Viele der Häuser sind lange abgerissen, andere Ausblicke mit neuen Häusern zugebaut. Die Bilder stammen aus dem LN-Archiv, dem Stadtarchiv und der Sammlung Schumacher, die Texte in gekürzter Form aus dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ (ISBN: 9783981332513 ).

Die Kreuzkapelle auf dem heutigen Rathausplatz war der erste Versammlungsort der damals noch kleinen katholischen Kirchengemeinde Lüdenscheids. Sie kaufte der Stadt die Kapelle für 400 Taler ab, um dort Messe zu feiern. Nur etwa 150 Personen fanden in ihr Platz. Nach Fertigstellung der St. Joseph und Medardus Kirche wurde die Kapelle 1887 abgerissen. Sie stand dem zunehmenden Verkehrsaufkommen im Wege.

Die neue große Kirche der Lüdenscheider Katholiken wurde nach 1885 mehrfach umgebaut, auch erweitert. 1928 erhielt das Kirchengebäude seinen charakteristischen 54 Meter hohen Turm, der im Stil des Expressionismus gebaut wurde. Die Pläne dazu lieferte der Architekt Robert Lamm.

St. Joseph und Medardus erhielt vier Glocken, die unter großer Anteilnahme der Bevölkerung feierlich geweiht wurden. Die Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs führten dazu, dass die Glocken 1942 das gleiche Schicksal ereilte wie das im Stadtgarten stehende Kaiser Wilhelm Denkmal. Sie fielen den Schmelzöfen der Rüstungsindustrie zum Opfer. Die Kirchenglocken wurden aber nach dem Krieg ersetzt.

 

Hier finden Sie alle Spaziergänge durch "Alt-Lüdenscheid"

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