Spaziergänge zum Scholl und zu Onkel Willi

Das Ursprungsjahr dieser Schule liegt im Jahre 1858.

Lüdenscheid - Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Heute gibt es die Teile 18 und 19 unserer Spaziergänge, die beide zum Staberg führen.

Rundgang durch Alt-Lüdenscheid:

Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer neuen Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen dabei Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Viele der Häuser sind lange abgerissen, andere Ausblicke mit neuen Häusern zugebaut. Die Bilder stammen aus dem LN-Archiv, dem Stadtarchiv und der Sammlung Schumacher, die Texte in gekürzter Form aus dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ (ISBN: 9783981332513 ).

In seiner mehr als 150-jährigen Geschichte hat sich das Geschwister-Scholl-Gymnasium von einer reinen Mädchenschule zu einem koedukativen Gymnasium entwickelt. Die Schule bildet die nächste Station auf dem Spaziergang durch das alte Lüdenscheid. Das Ursprungsjahr dieser Schule liegt im Jahre 1858, bereits 1840 soll es jedoch schon eine reine Mädchenklasse als Anhängsel der Rektoratsschule in Lüdenscheid gegeben haben. In seiner Geschichte hat das Gymnasium verschiedene Namen getragen: „Höhere Töchterschule“, „Lyzeum“ (1910), „Oberlyzeum“ (1924), „Oberschule für Mädchen“ (1938) und „Neusprachliches Mädchengymnasium“.

An der Sauerfelder Straße 5 fand die Höhere Mädchenschule eine weitere Bleibe, bevor sie 1959 als Geschwister-Scholl-Gymnasium in der Hochstraße ihr neues Domizil bezog. Das alte Schulgebäude wurde abgerissen, 1979 fand die Volksbank dort ihr neues Zuhause.

Im Jahre 1964 wurde an die Schule ein weiteres Gebäude angefügt. In dessen Erdgeschoss befand sich die Aula, im Stockwerk darüber die Turnhalle des Gymnasiums. Die Front des Anbaus in Richtung Hochstraße zierte ein farbenfrohes, kubisches Kunstwerk oberhalb der Fenster der Aula. Vermutlich stammt dieses Werk von der Künstlerin Marie Luise Quade, die als Kunstlehrerin am „Scholl“ tätig war. Im Eingangsbereich der Schule sind weitere Arbeiten von ihr zu sehen. Das Gebäude des „Scholl“ ist energetisch saniert worden, Marie Luise Quades Arbeit verschwand hinter einer Verkleidung.

Gaststätte und Hotel, später Postamt und Krankenhaus.

Die nächste Station zeigt die Hochstraße/Ecke Staberger Straße. Rechts im Bild sehen wir das im Jahr 1965 abgerissene Haus Nummer 17. Hier befindet sich heute ein Parkplatz, direkt neben dem Geschwister-Scholl-Gymnasium gelegen.

Wahrscheinlich um 1775 erbaut, war dieses Gebäude über einhundert Jahre Gaststätte und Hotel. Zunächst trug es den Namen „Zum Märkischen Hof“, später hieß es „Hotel Birk“. Danach waren hier von 1843 bis 1852 ein Postamt und eine Postpassagierstube untergebracht. 1869 wurde aus dem Hotel ein Krankenhaus. Es ersetzte das kleine Hospital, das seit 1859 in der Luisenstraße lag. 35 Jahre blieb es an diesem Standort, bis ein bedeutend größerer Neubau in der Philippstraße bezogen wurde, das „Städtische Krankenhaus“.

Links lagen zwei Geschäfte, ein Blumenladen und ein kleiner Kiosk, in dem man unter anderem Artikel für den Schulbedarf kaufen konnte. Der Laden wurde von „Onkel Willi“ geführt, einem freundlichen älteren Herrn, der aber nicht Vorbild für Onkel Willi, der Bronzefigur auf dem Sternplatz, war. Nach Statur und Aussehen hätte er es jedoch sein können.

Von den Schülern des Zeppelin-Gymnasiums wurde er sehr geachtet und verehrt. Im Übrigen nahm er es mit dem Alter der Schüler nicht ganz so genau und verkaufte auch schon mal Zigaretten an solche Jugendlichen , die das 16. Lebensjahr noch nicht erreicht hatten.

Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Teile unserer Serie "Alt-Lüdenscheid"

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