Serie: Rundgang durch Alt-Lüdenscheid

Tageslicht für das Atelier der Malerin Ida Gerhardi

Das stattliche Wohnhaus an der damaligen Sadowastraße.

Lüdenscheid - Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Im fünften Teil machen sie eine kurze Rast am Wohnhaus des Dr. med. Karl August Gerhardi.

1913 bezog Dr. med. Karl August Gerhardi dieses stattliche Wohnhaus mit Praxis an der damaligen Sadowastraße, heute Jockuschstraße. Er war der Bruder der bekannten Lüdenscheider Malerin Ida Gerhardi, die bis zu Ihrem Tod am 29. Juni 1927 dort lebte und arbeitete. Auf unserem Bild aus dem Jahre 1917 ist die Malerin, oben an ihrem Schlafzimmerfenster stehend, zu erahnen. Das große Fenster rechts darunter ließ das Tageslicht in ihr Maleratelier fallen. Das Haus wurde 1971 abgerissen.

Rundgang durch Alt-Lüdenscheid:

Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff begleiten die Leser unserer neuen Serie „Alt-Lüdenscheid“ auf einem Rundgang durch die Stadt. Sie zeigen dabei Anblicke, die es so nicht mehr gibt. Viele der Häuser sind lange abgerissen, andere Ausblicke mit neuen Häusern zugebaut. Die Bilder stammen aus dem LN-Archiv, dem Stadtarchiv und der Sammlung Schumacher, die Texte in gekürzter Form aus dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ (ISBN: 9783981332513 ).

Die heutige Jockuschstraße hieß damals Sadowastraße. Sie erinnerte damit an die Schlacht bei Sadowa zwischen den Armeen Preußens, Österreichs und Sachsens am 3. Juli 1866, aus der Preußen siegreich hervorging. Uns ist sie besser bekannt als „Schlacht bei Königgrätz.“ Durch den Sieg in dieser den Krieg entscheidenden Schlacht wurde Preußen Führungsmacht in Deutschland. Reichskanzler Bismarck setzte damit die sogenannte kleindeutsche Lösung durch, ein Deutsches Reich ohne Österreich.

1930 erhielt die Straße den Namen Jockuschstraße zu Ehren des langjährigen Bürgermeisters und Ehrenbürgers unserer Stadt (Wilhelm Jockusch 1867-1945). Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde die Straße 1934 in Horst-Wessel-Straße umbenannt. Wessel war SA Sturmbandführer und schrieb den Text des nach ihm benannten Liedes, das kurz nach seinem Tode (1930) zur offiziellen Parteihymne der NSDAP wurde. Nach dem Krieg erhielt die Straße ihren heutigen Namen zurück.

 

Hier finden Sie alle Spaziergänge durch "Alt-Lüdenscheid"

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