100 Lüdenscheider im Protest gegen Krieg und Fremdenhass

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Knapp 100 Bürger beteiligten sich am Samstag an der Demonstration, darunter viele junge Menschen.

[Update 12 Uhr] Lüdenscheid - Es sollte ein lautes Signal sein. Gegen Kriege, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Rassismus und wirtschaftliche Ungerechtigkeit. Und laut ging es am Samstag in der Lüdenscheider Innenstadt in der Tat zu.

Verantwortlich dafür: eine Demonstration des „Bündnisses gegen Rechts“. Das Motto dabei: „Fluchtursachen bekämpfen“. Knapp 100 Menschen mögen es gewesen sein, die an diesem Nachmittag politisch motiviert durch die City liefen. Manche Teilnehmer hatten sich etwas verspätet. Transparente, Fahnen, hämmernde Musik, griffige Parolen und knappe Ansprachen prägten das Erscheinungsbild des Zuges, der von mehreren Polizisten und Streifenwagen begleitet wurde.

Von der Oberstadt aus zog der Tross über die Schillerstraße in Richtung Sternplatz und Bahnhof. Der Abschluss der Aktion fand im Rosengarten statt.

Mit dabei im Tross: erklärte Antifaschisten, Akteure der Linken, Gewerkschafter, Unterstützer des Alternativen Jugend- und Kulturzentrums, aber auch Menschen, die sich keiner speziellen Gruppierung zurechnen ließen. Der Weg führte die Demonstranten vom Startpunkt am Graf-Engelbert-Platz zunächst durch die Oberstadt und dann über die Schillerstraße, die Wilhelmstraße und den Sauerfeld in Richtung Bahnhof. Es kam zu kürzeren Verkehrsstockungen. Auch der Sternplatz mit seinem vorweihnachtlichen Getriebe wurde passiert. Der Abschluss der rund eineinhalbstündigen Aktion fand im Rosengarten statt.

Die politische Stoßrichtung war dabei klar: Es ging gegen Waffenexporte und Armut, gegen die aktuellen Kriege, an denen die westlichen Staaten beteiligt sind, und auch gegen das globale Wirtschaftssystem. Ein Grundgedanke der Protestler: Gerade auch westliche Militäroperationen und Waffenlieferungen heizen die Konflikte etwa in Nahost an, tragen zu Elend, Angst und Perspektivlosigkeit bei und sind damit wesentliche Ursachen der momentanen Fluchtbewegungen.

Ebenso im Visier der Demonstranten: „religiöser Fundamentalismus“ und die „weltweiten Finanzinteressen“ von Banken und Konzernen. Waffenhandel sei da nur ein Stichwort. „Die wirtschaftlichen Verhältnisse müssen sich insgesamt ändern“, so die kapitalismuskritischen Worte eines Redners.

Erwartungsgemäß erteilten die Demo-Teilnehmer auch wieder Neonazis und anderen Rechtsextremen eine scharfe Abfuhr. Mitunter mit markanten, wenn auch nicht immer ganz ernsthaften Sprüchen. Ein Beispiel: „Nazis sind böse, ab in die Fritteuse.“ Das erklärte Gegenprogramm der Demonstranten zu Fremdenhass und Rassismus: Solidarität mit den Flüchtlingen. Das Motto dabei: „Lüdenscheid bleibt international.“

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