Rund 1500 Lüdenscheider säubern wieder ihre Stadt

Dieses Wochenende schwärmten die Lüdenscheider aus in die vielfach vermüllte Natur. Mit rund 30 Helfern waren die Grünewalder Sportler schon Freitag unterwegs. Lohn der Mühe: Erst volle Säcke, dann Grillwürstchen. –

LÜDENSCHEID ▪ Nicht nur die Sonne lachte am Samstag zur Aktion „Sauberes Lüdenscheid“, allerorts erstrahlt die Stadt jetzt in neuem Glanz. Über 1500 Müllsammler – ähnlich viele wie 2009 – engagierten sich für eine saubere Stadt und verbrachten Stunden damit, das zu entsorgen, was andere weggeworfen hatten.

Dass diese Aktionstage nicht nur die Sauberkeit in der Stadt, sondern auch das gesellige Miteinander fördern, zeigte unter anderem der Einsatz im Bereich Hohkühl, Wällen und Hottebruch. 17 Nachbarn hatten sich bereits zum vierten Mal zusammengeschlossen, um den Bereich um die Homert von Unrat zu befreien. Um den ganzen Müll zum Container transportieren zu können, waren die „Saubermänner“ mit einem Trecker und einem Pick-up unterwegs. „Wir haben sogar einen aufgebrochenen Zigarettenautomaten gefunden, nun brauchen wir eine Seilwinde, um den aus dem Abhang zu bergen“, berichtet Ruck-Anwohner Bernd Schulte. „Es wird von Jahr zu Jahr besser“, meint Stephanie Buschhaus, betont aber gleich, dass sie nicht verstehen kann, warum die Leute ihren Müll in der Natur entsorgen: „Man kann doch alles kostenlos zum STL bringen“. Neben einem alten Fernseher, zahlreichen Autoreifen und ausgeschlachteten Autoteilen haben die Homert-Anwohner sogar eine verwaiste Obdachlosenunterkunft entsorgt. „Selbst die Wanderer sind nicht besser“, weiß Corinna Clever. Die Homert-Anwohnerin berichtet von starker Vermüllung gerade nach SGV-Veranstaltungen.

Weitere Bilder von der Aktion

"Sauberes Lüdenscheid"

Das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden wird immer mehr zur Tradition. Über 30 Gebiete in und um Lüdenscheid herum wurden in den letzten Tagen vom Müll befreit – und an vielen Stellen gab es anschließend einen geselligen Umtrunk mit Würstchen vom Grill. So auch nach dem „Frühjahrsputz“ des Bürgervereins am Lenneteich, im Kindergarten Kindertraum und bei den Grünewalder Turnern. Letztere hatten bereits am Freitagnachmittag das Gebiet rund um die Sportanlage und das benachbarte Bahngelände gereinigt. „Wir mussten teilweise vier schwarze Säcke des STL ineinander stülpen, so dünn waren die“, bemängelten die Sportler.

„Es ist mir völlig unbegreiflich, warum die Leute Müll in den Wald kippen“, betonte Bürgermeister Dieter Dzewas bei seiner traditionellen – aber in diesem Jahr recht kurzen – Rundreise. Gemeinsam mit den STL-Männern Frank Wiemer und Heino Lange war er am Samstagmorgen unterwegs, um das Engagement zu loben und Freikarten fürs Familienbad zu verteilen.

Viele Schüler waren in diesem Jahr wieder mit im Boot. In dem Waldstück um die THR fand sich einiges an Unrat. Rund 90 Realschüler, aber auch die derzeit im Nachbargebäude untergebrachten Adolf-Kolping Grundschüler klaubten tütenweise Müll aus dem Schulumfeld. Zum Dank lud die SV zum Grillen ein. Auch sonst waren einige Hundert Schüler im Einsatz. An der Albert-Schweitzer-Schule freuten sich die Mädchen erstmals den Bürgermeister zu sehen.

In fast allen Revieren waren die Hegering-Mitglieder unterwegs, um in Wald und Wiesen die Gefahr für die Tier zu bannen. Auch Revierinhaber Thomas Kelting wunderte sich, dass die Müllsünder sich eher die Mühe machen, den Müll in den Wald zu bringen, als zum STL.

Die BSV-Schützen waren wegen des Zirkusbesuches noch nicht aktiv, wollen ihre Reinigungsaktion rund um den Schützenplatz aber nachholen – und auch die Kalver Grundschüler und die Gesamtschüler werden noch in den nächsten Tagen tätig. – cg

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