RSA: Gericht eröffnet Insolvenzverfahren

LÜDENSCHEID ▪ Das Amtsgericht Hagen hat am Dienstag das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Firma RSA Entgrat- und Trennsysteme GmbH & Co. KG an der Freisenbergstraße 19 eröffnet. Ebenfalls betroffen ist die MB Holding GmbH, die unter der gleichen Adresse firmiert.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele aus Dortmund. Weder der Insolvenzverwalter noch die Geschäftsführer Rainer Eschmann und Hartwig Hiestermann waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen. Was die Zukunftsaussichten des Unternehmens betrifft, können deshalb an dieser Stelle keine Aussagen getroffen werden.

Hervorgegangen aus einem Zwei-Mann-Betrieb

Die Historie des bisher erfolgreichen Unternehmens ist beeindruckend: Die RSA GmbH ist aus einem Zwei-Mann-Betrieb hervorgegangen, dem Ingenieur-Büro Rainer Schmidt, das 1971 in Altena gegründet wurde. Die Zielsetzung: Schmidt wollte industrielle Anwendungen für den Einsatz von Hochleistungsbürsten entwickeln. Schnell kristallisierte er das Entgraten als Marktnische und Marktbedürfnis heraus und wurde zum Pionier dieser Technologie.

Zwei Jahre später zog das Büro – inzwischen mit vier Mitarbeitern – nach Altena-Rosmart. Das Team entwickelte zahlreiche Sondermaschinen und eine vollautomatische Verkettung zwischen RSA-Entgrat-Maschinen und Sägen verschiedener Fabrikate. 1977 beschäftigte Rainer Schmidt sieben Mitarbeiter, 1979 waren es bereits 15. Ebenfalls in diesem Jahr erfolgte der Umzug an die Freisenbergstraße – und die Gründung der französischen Vertriebstochter. 1987 gründete Dipl.-Ing. Rainer Schmidt dann die englische Niederlassung. Service- beziehungsweise Vertriebscenter gibt es jetzt auch noch in Brasilien, Finnland, Mexico, Norwegen, Polen, Spanien, Tschechien, Türkei und den USA.

1998 beschloss der Firmengründer die Umwandlung des Einzelunternehmens Rainer Schmidt in die RSA Entgrat- und Trenn-Systeme GmbH & Co. KG. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Laufe der Firmengeschichte kontinuierlich an. Nach den Angaben, die auf der Homepage des Unternehmens zu finden sind, waren im Jahr 2007 mehr als 100 Menschen an der Freisenbergstraße beschäftigt. Folglich musste auch die Betriebsstätte erweitert werden. Das geschah zwischen 1999 und 2000.

Im Jahr 2007 mehr als 100 Mitarbeiter

Der Firmengründer, Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Unternehmensgruppe RSA, Dipl.-Ing. Rainer Schmidt, verstarb am 5.  Mai 2009. Bereits im Jahr vor seinem Tod hat der Firmengründer die Mehrheit seiner Geschäftsanteile an einen „finanzstarken deutschen Investor“ veräußert – so hieß es seinerzeit in einer RSA-Pressemitteilung – „um das Fortbestehen des Unternehmens zu sichern“. ▪ cwi

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