Rothmann: Ärztehaus gefährdet Neubau am Gleis

Der von Klotz und Rothmann entwickelte Neubau an der Bahnhofsallee könnte durch ein zeitgleich entstehendes Ärztehaus gefährdet werden, erklärte der Lüdenscheider Investor.

LÜDENSCHEID - Der zeitgleich vorgesehene Ärztehaus-Bau an der Bahnhofsallee gefährdet laut Investor Roland Rothmann die Errichtung seines mit der Stadt entwickelten Wohn- und Geschäftshauses am Gleis.

Auch hier sollen Praxen einziehen, dazu die Pächter der Stadt aus der Ladenzeile, die nun schon im Herbst weichen soll. Laut Rothmann hatte die Stadt ihm „absolute Priorität“ eingeräumt. Zudem plant Rothmann für Investor Burt Allen in der Ex-Kaufhalle am Sternplatz jetzt ein Gesundheitszentrum für Ärzte und Therapeuten. Auch für die Bahnhofsallee haben Rothmann und das Architekturbüro Klotz ein Büro- und Geschäftshaus entwickelt, in dem neben öffentlichem Wartebereich, DB-Service und Läden ebenfalls Praxisflächen vorgesehen sind. Da die Zahl umzugswilliger Mediziner in Lüdenscheid endlich ist, stehen die Projekte in unmittelbarer Konkurrenz.

Rothmann setzt darauf, dass ihm die Stadt an der Bahnhofsallee den Vortritt einräumt. Der Stadt gehört bekanntlich das Gelände, das die Düsseldorfer RMA-Projektentwickler in Kürze für das Ärztehaus kaufen wollen. Der Stadtrat könnte dies vertagen. Am 26. Mai will RMA das Ärztehaus im Planungsausschuss vorstellen, im Oktober soll der erste Spatenstich für das mit acht Lüdenscheider Ärzten gemeinsam entwickelte Projekt erfolgen.

Gegen die zeitgleiche Errichtung beider Bauten ab Herbst fährt Rothmann eine Reihe von Argumenten auf. Für sein Projekt am Bahnhof seien in langwierigen Gesprächen mit Politikern und Verwaltung die gewünschten Nutzungen entwickelt worden – mit Blick etwa auf die Ansiedlung der Fachhochschule. Mit den Pächtern der Ladenzeile, die fürchten, beim Bau des Ärztehauses auf der Straße zu stehen oder in Container verfrachtet zu werden, stünden die Mietverhandlungen vorm Abschluss. Müssten sie nun ein ganzes Jahr an anderer Stelle überbrücken, fürchtet Rothmann, dass sie danach als Mieter nicht mehr zur Verfügung stehen. Seit vier Monaten erkläre man der Verwaltung, „dass zwei konkurrierende Maßnahmen an der Bahnhofsallee nicht verträglich sind“ und die Realisierung des eigenen Projekts in Frage stellten. Rothmann und Klotz hätten sogar ihren Rückzug angeboten, jedoch gehört, ihr Vorhaben habe absolute Priorität. Rothmann: „Hierauf haben wir uns verlassen.“

Ein zeitgleicher Ärztehaus-Bau „verwirrt und teilt das überschaubare Nachfragepotenzial in Lüdenscheid“ und gefährde so beide Vorhaben. Ließe die Stadt das zu, würde dies auch von Investor Allen, der sich um Lüdenscheid in herausragender Weise verdient gemacht habe, als „unfreundlicher Akt“ bewertet.

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