Rote Karte für junge Teams

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Die Teams aus Wettringhof und Brüninghausen – hier nur einige der Spieler – wollen für ihr gemeinsames Hobby kämpfen. -

LÜDENSCHEID - „Wo sollen wir denn jetzt hin? Hier in Wettringhof gibt es doch sonst nichts für Jugendliche – außer einem Jugendtreff, der ausgerechnet während der Ferien geschlossen ist.“

Der 16-jährige Tim Özdiler kann es nicht verstehen: Schon seit Jahren nutzen die jeweils rund 15 Hobbykicker im Alter von zwölf bis 24 Jahren vom FC Wettringhof und der Brüninghauser „Torfabrik“ den Bolzplatz in Wettringhof. Doch damit ist jetzt Schluss: Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben den Kickern, die älter als 18 Jahre sind, das Betreten des Platzes verboten. Das Erwachsene Spiel- und Ballspielplätze nicht nutzen dürfen, ist in Paragraph sieben der Ordnungsbehördlichen Verordnung festgelegt.

„Eine Anwohnerin hat sich bei der Stadt beschwert“

„Eine Anwohnerin hat sich bei der Stadt beschwert“, ist der 22-jährige Christian Ehm überzeugt. Die Frau habe sich besonders während der langen Trockenperiode über die Staubentwicklung auf dem Platz geärgert. „Natürlich ist es nicht schön, wenn es so staubt. Aber das weiß man doch, bevor man eine Wohnung am Bolzplatz bezieht“, stellt Ehm fest. Am Mittwoch seien die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dann vor Ort gewesen. „Sie waren freundlich, haben aber auf das Verbot hingewiesen und mit Bußgeldern gedroht“, berichtet der 22-Jährige.

„Wenn nicht mehr alle spielen dürfen, ist das das Ende für die Teams“, befürchtet Stefan Bung, dessen 16-jähriger Sohn Maximilian regelmäßig mit trainiert. „Genau die Altersmischung ist doch das Besondere. Hier spielen Jüngere und Ältere friedlich miteinander“, betont er und unterstreicht: „Man sollte doch gerade in der heutigen Zeit froh sein, dass die Jugendlichen von der Straße sind und keinen Blödsinn machen oder aber nur noch vor dem Computer hocken.“

„Einfach aufgeben kommt nicht in Frage“

Einfach aufgeben kommt für die Teams jedenfalls nicht in Frage – zumal für Freitag ein Spiel gegen eine ebenfalls bunt gemischte Mannschaft aus Halver-Ostendorf geplant war. Die heimischen Kicker haben bisher 173 Unterschriften gesammelt, um auch mit den über 18-Jährigen gemeinsam weiterspielen zu können. „Und wir sammeln weiter, bevor wir uns dann selbst an die Stadt wenden“, kündigt Ehm an.

Dass im Ordnungsamt Gesprächsbereitschaft besteht, betont Abteilungsleiter Martin Haase: „Darüber müssen wir reden.“ Er erklärt den Hintergrund der Altersbeschränkung, auf den sich Mitarbeiter bezogen hätten: „Sie ist in die Verordnung aufgenommen worden, damit Ältere den Jüngeren nicht den Platz zum Spielen wegnehmen.“ Grundsätzlich lasse die Verordnung aber Ausnahmen zu – etwa für das am Freitag geplant Turnier. Haase: „Ob darüber hinaus grundsätzlich etwas geändert werden kann, muss man dann sehen.“ - cwi

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