"Defis" für Kulturhaus und die Schützenhalle

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Von links Stefan Weippert, Jürgen Gade, Friedrich-Karl Schmidt und Dr. Christoph Mohler.

Lüdenscheid - Das Kulturhaus und die Schützenhalle als große Lüdenscheider Veranstaltungsorte werden demnächst über externe Defibrillatoren verfügen. Der zeitliche Abstand zwischen plötzlich auftauchenden Herzbeschwerden bei Besuchern und wirksamen Rettungsmaßnahmen soll sich damit drastisch verkürzen.

Zwei solcher AEDs (Automatische externe Defibrillatoren) konnte gestern der Rotary Club Lüdenscheid-Mark an Kulturhausleiter Stefan Weippert und an Friedrich-Karl Schmidt, Vorsitzender der Bergstadt-Stiftung Lüdenscheid, übergeben. Die Bergstadt-Stiftung ist Träger der denkmalgeschützten Halle am Loh.

Erlös aus Charterfeier

Die Finanzierung der Defibrilltoren erfolgt durch den Rotary Club, der im November vergangenen Jahres seine Charterfeier zum 25-jährigen Bestehen abhalten konnte. Bei diesem Anlass kam durch Spenden befreundeter Clubs und durch private Spender der Betrag zusammen, der über die Lüdenscheider Fa. Smolders, Ausrüster auch für Lüdenscheider Rettungsunternehmen, die Anschaffung der Geräte plus zusätzliches Equipment möglich macht.

In der Praxis geht es um die medizinische Erkenntnis, dass mit Eintreten des Kammerflimmerns, des häufigsten Falles der Herzattacke, die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jeder verlorenen Minute um zehn Prozent sinkt. Ebenso verringerten sich die Folgeschäden, die mit einer später einsetzenden Reanimation zu erwarten seien, so Dr. Christoph Mohler, selbst Arzt und zurzeit amtierender Präsident des Rotary Clubs: „Die Zeit ist entscheidend.“

Wichtig aus seiner Sicht ist, dass die Geräte auch durch Laien im Grunde problemlos zu bedienen seien. Bereits in der Grundversion liefere der Defibrillator nach Aktivierung und Anlegen der Elektroden Sprachanweisungen zum weiteren Verfahren, analysiere den Zustand des Patienten selbsttätig und liefere auch keinen Stromstoß, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen für den Einsatz nicht vorlägen. Im Fall der großen Veranstaltungsstätten sei zudem durchaus wahrscheinlich, dass ein Arzt oder medizinisch Sachkundiger in der Nähe sei. Wichtig sei aus seiner Sicht, dass aber überhaupt das Vorhandensein des Geräts durch Beschilderung bekannt sei.

Auch auf Schalke

Erstaunlich sei, dass Defibrillatoren als „entscheidender Bestandteil der Rettungskette“ nicht einmal zum vorgeschriebenen Ausstattungsstandard von Rettungsfahrzeugen gehörten. Angesichts eines Grundpreises von in der Regel unter 2000 Euro müsse dies eigentlich selbstverständlich ein, ebenso wie das Vorhandensein solcher Geräte in in Einkaufszentren oder publikumsintensiven Sportstätten. Als Beispiel nennt Dr. Mohler die Schalke-Arena, wo auf jeder Etage zum Teil mehrere Geräte stationiert seien – nicht zuletzt bedingt durch den angeborenen Herzfehlers des Stürmers Gerald Asamoah. - flo

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