80 Rostlaternen drohen sogar umzukippen

Stromfresser auf maroden Masten: So sehen in Lüdenscheid noch viele Straßenlaternen aus. Sie sollen gegen moderne Systeme ausgetauscht werden, die 60 Prozent weniger Energie verbrauchen.

LÜDENSCHEID ▪ Viele Lüdenscheider Straßenlaternen sind in einem bedrohlichen Zustand: Noch bis zum Jahresende müssen 80 Masten für 200 000 Euro ausgetauscht werden. Der Grund: Sie sind so verrostet, dass sie umkippen und Verkehrsteilnehmer verletzen könnten. Das erklärten jetzt der städtische Bauservice und der Stadtreinigungs-, Transport und Baubetrieb STL. Zu dem alarmierenden Ergebnis war die Fachfirma gekommen, die jährlich die Standsicherheit der Laternen überprüft. Deshalb soll der Stadtrat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause am Montag, 12. September, die Gelder jetzt überplanmäßig freigeben.

Nicht antasten will die Verwaltung für die unvermutet gravierenden Schäden die Gelder, die ohnehin für die Straßenbeleuchtung im Haushalt stehen: immerhin sind das 472 000 Euro. Doch das Geld ist längst verplant – für Laternen-Reparaturen an Heedfelder und Lösenbacher Straße, für neue Schaltschränke oder das Abmontieren überflüssiger Laternen im neuen Energiesparprogramm der Stadt.

Dazu gehört auch das gesetzlich vorgeschriebene Umrüsten der Laternenleuchten von Quecksilber-Dampflampen auf moderne LEDs. Hier steht Lüdenscheid in einem Förderprogramm des Landes – und hat aus Düsseldorf gerade 170 000 Euro erhalten. Um die behalten zu können, muss die Stadt ihren Anteil in Höhe von 255 000 Euro erbringen. Theoretisch könnte der Rat jetzt zwar bestimmen, dass diese Gelder für die neuen Masten einzusetzen sind. Dann aber ginge der Stadt nicht nur das Landesgeld flöten, sondern auch der damit zu erzielende Energiespar-Effekt.

Denn die Lüdenscheider Straßen der Zukunft werden nicht nur um 60 Prozent günstiger, sondern auch nach Bedarf beleuchtet – mit einem „Telemanagementsystem“, das wie ein riesiger Dimmer wirkt. Leere Straßen werden schwach beleuchtet, bei viel Verkehr erhalten die Laternen den vollen Saft. Dafür legt die Stadt „Dimmprofile“ für Straßen an, auf denen sich die Beleuchtung nach der Verkehrsdichte zu bestimmten Tageszeiten richten soll. Auch dieses Programm will die Verwaltung wegen der Rostmasten nicht aufgeben.

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