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Rollender Albtraum: Polizei stoppt Reisegruppe in Lüdenscheid

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Von: Stefan Herholz

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Ende einer lebensgefährlichen Fernreise: Die Polizei hat in Lüdenscheid einen moldawische Reisegruppe aus dem Verkehr gezogen, dessen zusammengebastelter Kleinbus mit abenteuerlichen Sonderausstattungen selbst MacGyver in Staunen versetzt hätte.

Für eine Reisegruppe aus der Republik Moldau endete eine Reise in einem lebensgefährlichen Kleinbus zum Jahreswechsel zunächst in Lüdenscheid. Die Polizeibeamten konnten die Weiterfahrt des Kleinbusses und seiner sieben Insassen beim besten Willen nicht verantworten, heißt es in dem Polizeibericht.

Provisorischer 300-Liter-Treibstofftan

Der Verkehrsdienst der Polizei brachte den Sprinter zu einem Sachverständigen auf den Prüfstand. Sein Fazit: Um Tankkosten zu sparen, wurde provisorisch ein 300-Liter-Treibstofftank unter der Bodengruppe des kleinen Fernbusses fixiert. Der Vorrat hätte sicher gereicht für die Nonstop-Fahrt ins Ruhrgebiet. Damit aber auch wirklich kein Tropfen des wertvollen Gutes verloren ging, hing eine PET-Flasche im Motorraum an dem vorgeschriebenen Überlauf, direkt neben der wackligen Batterie mit den offen liegenden Polen. Die Flasche fing dabei auch gleich Dämpfe ein.

Mit einer PET-Flasche sollte Treibstoff  im Motorraum aufgefangen werden.
Mit einer PET-Flasche sollte Treibstoff im Motorraum aufgefangen werden. © Polizei MK

Akute Brandgefahr

Ein Funke, so die Polizei, hätte für einen Motor- und Fahrzeugbrand gereicht. Rausgekommen wären die Insassen dann wahrscheinlich nicht so schnell - jedenfalls nicht durch die seitliche Schiebetür: Der Einstiegskasten war so verrostet, dass der Türbolzen durch das korrodierte Metall rutschte. Beim schnellen Öffnen hätte sich die Tür unweigerlich verklemmt.

 Um Tankkosten zu sparen, wurde provisorisch ein 300-Liter-Treibstofftank unter der Bodengruppe des kleinen Fernbusses fixiert.
Um Tankkosten zu sparen, wurde provisorisch ein 300-Liter-Treibstofftank unter der Bodengruppe des kleinen Fernbusses fixiert. © Polizei MK

Gurte und Kindersitze nicht vorhanden

Die Sitze der sieben Insassen, darunter ein Vierjähriger, standen lässig verschweißt auf zwei Metallrahmen. Bei einer starken Bremsung wären die Sitze möglicherweise durch den Bus geflogen - losgelöst von den Insassen: Denn Gurte und Kindersitze waren nicht vorhanden bzw. ohne Funktion. In den Einzelsitzen steckten noch die Sprengkapseln für die eingebauten Airbags. Die Abdeckungen waren mit Spax-Schrauben verschraubt. Die Anschlüsse baumelten unter den Sitzen. Das hätte jederzeit zum Auslösen führen können.

Die Sitze der sieben Insassen, darunter ein Vierjähriger, standen lässig verschweißt auf zwei Metallrahmen.
Die Sitze der sieben Insassen, darunter ein Vierjähriger, standen lässig verschweißt auf zwei Metallrahmen. © Polizei MK

Im Kofferraum lag als Sicherheitsreserve noch ein gefüllter und ungesicherter 40-Liter-Kanister mit Diesel - ein klarer Verstoß gegen das Gefahrgutgesetz.

Immerhin: 2000 Kilometer waren die sieben Personen damit bis nach Lüdenscheid gekommen. Die Polizei untersagte die Weiterfahrt und stellte die litauischen Kennzeichen und den Fahrzeugschein sicher. Angehörige holten ihre Lieben vom Kontrollort ab, so dass die Gruppe die restliche Wegstrecke nach Dortmund bzw. Herten in sicheren Privatautos zurücklegen konnte.

Geldbußen und Kosten für technische Untersuchung in Höhe von 1500 Euro

Selbst die sehr empfindlichen Geldbußen für die begangenen Verstöße sowie die angefallenen Kosten für die technische Untersuchung in Höhe von 1500 Euro wurden beglichen: Die Sicherheitsleistung erbrachte ein moldauischer Staatsangehöriger - wie versprochen - pünktlich im neuen Jahr, morgens um 7 Uhr, in der Polizeiwache Lüdenscheid. 

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