Rolf Nickels Installation ist das „Kunstwerk des Monats"

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Rolf Nickels Exponat ist das „Kunstwerk des Monats“ im März.

Lüdenscheid - „Wir möchten, dass die Schätze, die wir in der Städtischen Galerie haben, wieder wahrgenommen werden. Daher haben wir überlegt, die Reihe ,Kunstwerk des Monats’ wieder aufleben zu lassen.“ Dr. Susanne Conzen, Leiterin der Städtischen Galerie, hat gemeinsam mit ihrem Team zum Kunstwerk des Monats März Rolf Nickels „Alea iacta est“, bestimmt, im Jahr 1982 aus Zinkdraht gelötet und mit Acryl ummalt, eine Wand- und Bodeninstallation, die in der Dauerausstellung im Obergeschoss der Galerie zu sehen ist.

Der Künstler biegt fragile Gebilde aus Draht. Die Linien seiner Drahtzeichnungen und -installationen nutzen die Flächigkeit der Wand des Ausstellungsraums und ragen in den dreidimensionalen Raum hinein. So sind sie gleichzeitig Zeichnung und Skulptur.

Das „Kunstwerk des Monats“ soll kombiniert werden mit der Abgabe des dazugehörigen Katalogs. Für das Werk des Künstlers Rolf Nickel existiert noch ein Katalog aus der Zeit, in der Uwe Obier die Städtische Galerie leitete, der – so Dr. Conzen – aber immer noch aktuell ist.

Rolf Nickel wurde 1950 in Braunschweig geboren, studierte von 1973 bis 1980 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf/Abteilung Münster, war Meisterschüler bei Prof. Timm Ulrichs und erhielt 1984 das Märkische Stipendium für Bildende Kunst. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

Die Wand- und Bodeninstallation „Alea iacta est“ (Der Würfel ist geworfen) spielt an auf Cäsars Marsch über den Fluss Rubicon (heute Uso) gegen Rom. Die Entscheidung soll durch den Wurf mit einem Würfel herbeigeführt worden sein. Rolf Nickel folgt in seiner Drahtarbeit der antiken Erzählung. Er versucht, den legendären Wurf konkret zeichnerisch nachzuvollziehen. Seine metallene Kunst erobert für sich den Raum, in dem sie untergebracht ist.

Für die Rekonstruktion eines historisch nicht mehr genau nachvollziehbaren Ereignisses hat Nickel einen frisch bemalten handgroßen Holzwürfel zwölf Mal auf den Boden fallen lassen. So konnte er die zufällige Fallbewegung des Würfels in ihrem typischen Verlauf beobachten und zeichnerisch umsetzen. Er skizziert Positionen und Richtungen auf der Wand und verfolgt den Bahnverlauf des Würfels auf der Erde.

In der Sammlung der Städtischen Galerie befinden sich weitere Arbeiten Rolf Nickels, so setzte er sich mit den Entdeckungen des berühmten Künstlers und Universalgelehrten der Renaissance, Leonardo da Vinci (1452-1519), auseinander oder verfasste gar aus poetischen Drahtlinien ein „Lüdenscheider Manuskript“ (1986).

Der Katalog zum „Kunstwerk des Monats“ ist kostenlos zu haben. Er stammt aus dem Jahr 1997 und umfasst mehr als 100 Abbildungen. Darunter ist auch das großformatige Werk „Da! Vincis Blätter winken“ von 1981, das ebenfalls in der Sammlung der Städtischen Galerie zu finden ist.

„Rolf Nickel“, so schreibt der ehemalige Galerieleiter Uwe Obier in seinem Vorwort, „bietet uns keine vordergründige Sensationskunst, keinen moderaten Augenschmaus, er konzentriert sich lieber auf Themen, die nah bei den Dingen und Wirklichkeitsfragen liegen.“

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