Rohrbruch: Nasse Polizisten als Bettenschieber

LÜDENSCHEID ▪ Feuerwehrleute als Putzmänner, Nasse Polizisten als Bettenschieber – der Wasserschaden auf der Intensivstation des Klinikums Hellersen (wir berichteten) hielt in der Nacht zu gestern Pflegepersonal und Einsatzkräfte in Atem. 15 Patienten mussten nach Angaben der Klinikleitung evakuiert werden und kamen in einem anderen Intensivbereich und einem Aufwachraum unter. Gestern Mittag lief der Betrieb wieder normal.

Gegen 23 Uhr lief plötzlich Wasser durch die Decke des Kontrollraums, in dem per Monitor die Lebensfunktionen der Patienten zentral überwacht werden. Stationsleiter Gert Ruwoldt schlug sofort Alarm und sperrte den Haupthahn. Weil die Brandmeldeanlage auslöste, rückte die Feuerwehr aus.

Der betroffene Bereich auf der Etage U1 war zeitweise ohne Strom. In aller Eile begannen Schwestern und Pfleger damit, die Evakuierung vorzubereiten, kurze Zeit später kamen die Einsatzkräfte hinzu. Wie Klinik-Sprecher Thomas Köppelmann sagte, ist eine Evakuierung auf der Intensivstation besonders schwierig, weil Kabel und Schläuche der lebenserhaltenden Apparaturen nicht einfach kurzfristig „abgestöpselt“ werden können.

Über die Ursache des Wasserschadens herrschte zunächst Unklarheit. Haustechniker Klaus Wolf vermutete noch während des nächtlichen Einsatzes, dass eine Muffe geplatzt sei. Das könne vorkommen, weil die neuen Edelstahlleitungen nicht mehr geschweißt, sondern die Verbindungen mit Muffen „kalt verpresst“ würden. Eine gründliche Nachschau ergab laut Thomas Köppelmann aber, dass es eine der alten Kupferleitungen war, die geborsten ist.

Seit Jahren werden die Kupferrohre, die von Lochfraß befallen sind, schrittweise gegen Edelstahlleitungen ausgetauscht. „Wir investieren jedes Jahr mehrere 100 000 Euro für die Maßnahmen.“ Die Sanierung des zig Kilometer langen Netzes im Haupthaus des Klinikums ist im Bereich der Intensivstation offenbar noch nicht erfolgt.

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