Rönsahl im Karnevalsrausch

Ganz dem Geschmack des Publikums entsprach die gelungene Karnevalsveranstaltung im Gemeindehaus Rönsahl.

RÖNSAHL ▪ Dat Hätz von dr Welt, ja dat is Kölle...“ – und manchmal vielleicht ein Stück weit eben doch auch Rönsahl – So mag das mancher am Samstagabend beim Karneval im Grenzdorf empfunden haben.

„Met dem Kölsche Pass mät dat Lewwe Spass..“ Auch das mag sein –so der FC denn mal gewinnt – vor allem sicher aber in närrischen Zeiten, wenn der Stimmungspegel bei den Anhängern von „König Karneval“ unaufhörlich steigt, je mehr sich die „fünfte Jahreszeit“ ihrem Höhepunkt nähert. Allerdings war der „Kölsche Pass“ nicht unbedingt Voraussetzung für Jubel, Trubel, Heiterkeit, beste Feierlaune und ausgelassene Stimmung, wie sie nun schon seit Jahren Trumpf ist, wenn König Karneval auch in Rönsahl sein Zepter schwingt. Als nämlich am Samstagabend im Schatten von „ St. Servatius“ wieder die beliebte Karnevalsveranstaltung „Von Rönsahl für Rönsahl“, arrangiert und initiiert von einer engagierten Schar von Karnevalsfreunden aus der Dorfgemeinschaft, angesagt war, da war auch diesmal die räumliche Nähe zum benachbarten Rheinischen und den dortigen karnevalistischen Hochburgen unverkennbar.

„Vorhang auf und Bühne frei für Spaß und Frohsinn, Narretei“, so hieß es gleich zum Entree, als die engagierte Stimmungskapelle mit flotten Karnevalsrhythmen dafür sorgte, dass die große Schar der in der Mehrzahl geschmackvoll verkleideten Jecken schon bald auf „Betriebstemperatur“ kam. Ein gerüttelt Maß daran, dass sofort beste Feierstimmung und gute Laune angesagt war, hatte allerdings auch Holger Scheel, der mit gekonnter Moderation durch den Abend führte und als findiger und mit Land und Leuten vertrauter „Dorfreporter“ frisch vom Leder zog und mit etlichen humoristisch und witzig- spritzig verpackten Bonmots aus eigenem Fundus schnell die Lacher auf seiner Seite hatte. Als sich der Moderator noch dazu als talentierter Stimmenimitator versuchte und dabei Angela Merkel, Altbundeskanzler Kohl und – besonders gelungen – sogar das bajuwarische Urgestein Franz Josef Strauß zu Worte kommen und mit hintersinnigem Humor Stellung zum aktuellen Geschehen und das Agieren von Politgrößen in Dorf und Stadt beziehen ließ, zeichnete sich damit ein erster Höhepunkt des Abends ab.

Da passte es dann auch ins aktuelle Zeitgeschehen, dass Bundespräsident Wulff „sein Fett“ abbekam. Der erste Mann im Staat nämlich hatte es sich – in Person von Karnevalist Dieter Cürten aus der rheinischen Nachbarschaft – nicht nehmen lassen, persönlich nach Rönsahl zu kommen, um dort den Karnevalisten Rede und Antwort zu stehen. Auch das war fachlich gut gemacht, wenngleich (durch Abspielen der Nationalhymne und das geforderte Erheben von den Sitzplätzen beim Eintreffen des „Präsidenten“) zweifellos als ein wenig grenzwertig zu empfinden.

Echt „Kölsche Tön‘“ hatten später Jürgen Spielmann, alias „Tante Wilma“ und danach Frank Wedding als „ En Oberberger“ im karnevalistischen Gepäck bei ihren gekonnten und mit einigem Lokalkolorit gewürzten Büttenreden.

Einmal mehr bewährte sich ohnehin das an diesem Abend wiederum praktizierte Miteinander der Anhänger von König Karneval im hiesigen Raum und deren Bereitschaft, über den engen Tellerrand des eigenen Bereichs im rheinisch- westfälischen Grenzland hinaus zu blicken und damit dem närrischen Treiben insgesamt neue Freunde zuzuführen.

Zum absoluten Höhepunkt gerieten nämlich Einmarsch und anschließender Auftritt des kompletten Elferrates des Wipperfürther Karnevalsvereins „Narrenzunft Neye“, der sich nebst Tanzcorps, Hofstaat und natürlich dem närrischen Prinzenpaar der Session, Prinzessin Peggy und Prinz Axel II. die Ehre gab. Die Botschafter rheinischen Frohsinns heizten die ohnehin prima Stimmung weiter an und trugen – wie auch die vielen ehrenamtlich tätigen dienstbaren Geister hinter Tisch und Tresen – dazu bei, dass ein noch langer Abend angesagt war und der Vorfreude auf Wiederholung im kommenden Jahr viel Platz ließ. ▪ cr

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