Rock für einen guten Zweck

Anstandslos begeisterte das Publikum im Eigenart mit Deutschrock.

LÜDENSCHEID ▪ Lediglich ein paar flackernde Lichter erhellen den dunklen Raum. Plötzlich heulen Sirenen auf, und Polizeifunk knistert. Nebelschwaden wabern durch den Raum, dann der ohrenbetäubende Lärm eines Helikopters. Und unvermittelt dröhnen harte Gitarren- und Bassakkorde, untermalt von einem rhythmisch krachenden Schlagzeug, den Raum...

So eröffneten die drei Jungs von A Silent Moment das „Rock For Peace“-Festival der Jusos im Eigenart. Vier Rockbands traten am Freitagabend für einen guten Zweck auf.

Vor fünf Jahren fand die letzte Auflage des Mini-Festivals statt, bei dem heimische Bands auf Gage verzichten und die gesamten Einnahmen der Veranstaltung gespendet werden. „Der Erlös soll zum Teil einem lokalen Projekt zu Gute kommen, in diesem Fall dem Welt-Laden in Lüdenscheid. Zum anderen wollten wir aber ein Projekt finden, dass auch thematisch zu ,Rock For Peace´ passt“, sagte Marcus Gawlik, Vorsitzender der Jusos Lüdenscheid. Man habe sich in Absprache mit den beteiligten Bands für ein Projekt von World Vision entschieden. Das „project rebound“ soll ehemaligen Kindersoldaten im Kongo eine zweite Chance geben. Das Projekt wurde unter anderem von BAP-Sänger Wolfgang Niedecken gegründet.

Und die vier Bands gaben alles. Ein paar Startschwierigkeiten bei neueren Stücken nahm das Plettenberger Trio von A Silent Moment mit Humor – ebenso wie die Zugabe, bei der es sich um ein Weihnachtslied handelte.

Mit Anstandslos rockte eine weitere Band aus Plettenberg am Freitag für den guten Zweck. Die Band um Frontfrau Annika, die stimmlich angeschlagen war, gab auf der Bühne ebenfalls alles, was das Publikum nach einer Warmlaufphase mit Applaus und Tanzeinlagen honorierte.

Hatten die beiden ersten Bands mit ihrem Stil noch an Gruppen wie U2, Luxuslärm und Coldplay erinnert, ging es bei Skylight härter zur Sache. Die Melodic-Metal-Formation aus Meinerzhagen überzeugten mit beeindruckenden musikalischen Fähigkeiten, begeisterten die rund 70 Zuhörer und durften nach „Zugabe“-Rufen erneut die Bühne entern.

Die Beatapples legten nochmal ordentlich nach, was die musikalische Härte anging: Bei ihrem Heimspiel ließen es die fünf Lüdenscheider mit ihrem Mix aus Rock, Hardcore und Punk richtig krachen und sorgten so für ein furioses Vollgas-Finale.

Neben den Eintrittsgeldern durften sich die Jusos über eine weitere Spende freuen, denn A Silent Moment und Skylight stellten die Einnahmen aus ihren CD-Verkäufen am Freitagabend zusätzlich zur Verfügung. Nach dem lautstarken Abend waren sich alle Beteiligten darüber einig, dass die Wiederbelebung des „Rock For Peace“ ein voller Erfolg war und 2013 erneut stattfinden soll. ▪ Nicola Ahrens

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