111 Dinge (67): Die Riverboatshuffle des Jazzclubs auf der Bigge mitmachen

Jazz in der Abendsonne und ein Hauch von Amerikas Süden: Auf der MS Westfalen schippern die Freunde der Jazzmusik am Samstag wieder über die Bigge.

LÜDENSCHEID - Gute Musik, ungezwungene Geselligkeit mit Freunden, eine laue See-Brise an Deck – so oder so ähnlich lässt sich die Riverboat-Shuffle des Jazzclub Lüdenscheid beschreiben.

Am Samstag, 7. Juli, sticht die MS-Westfalen um 18 Uhr am Bootsanleger in Sondern in See. Die Karten für die traditionelle Riverboatshuffle kosten 19 Euro, Jazzclub-Mitglieder zahlen 15 Euro. Erhältlich sind die Tickets im Ticketshop der Lüdenscheider Nachrichten an der Friedrichstraße 6 sowie im Musikhaus Auth, Ringmauerstraße. Wer nicht mit dem Auto zum Biggesee fahren möchte, fährt für neun Euro Gebühr mit dem Bus zur Bigge und am späten Abend auch wieder zurück. Der Bus startet um 17 Uhr an der Bushaltestelle am Kulturhaus in Lüdenscheid.

Obwohl der beliebte Schiffsausflug alljährlich nicht gerade in der Nähe der Bergstadt, sondern auf dem Biggesee stattfindet, ist er dennoch eine typische Lüdenscheider Veranstaltung und seit Jahrzehnten beliebt bei Freunden traditioneller Jazz-Musik.

Bernd Bobbenkamp, Geschäftsführer und Konzertplaner des Jazzclubs, sowie der Vorsitzende Henning Schwarz van Berk stechen Jahr für Jahr auf der MS Westfalen mit mehreren hundert Musikliebhabern vom Hauptanleger in Sondern (Olpe) aus in See. Auf der Brücke hat dabei stets Kapitän Wolfgang Keseberg das Sagen. Er schippert mit den Jazzfreunden seit vielen Jahren im Galerieschiff MS Westfalen über den Biggesee, dem größeren jener beiden Ausflugsschiffe, die seit 1967 von Kesebergs „Lux-Werft und Schifffahrt GmbH“ betrieben werden. Mit an Bord sind manchmal zwei, mitunter sogar drei Jazz-Bands, die auf den drei Decks des Ausflugsschiffes für Stimmung sorgen. Dabei achten die Veranstalter stets darauf, dass unterschiedliche Musikgeschmäcker bedient werden und bei der Programmgestaltung der Begriff „Jazz“ durchaus breiter ausgelegt wird. So war über die Jahre hinweg nicht nur Dixieland und Blues, sondern auch Rockabilly, Zigeunerjazz, Cajun und Zydeco zu hören. Und bei diesen Tönen aus dem Süden und Südwesten der USA denkt man unwillkürlich an die klassischen Schaufelraddampfer, die sich ihren Weg durch die Flüsse Louisianas bahnen. Und damit sich die Bands auf den drei Decks akustisch nicht ins Gehege kommen, treten die Formationen in meist halbstündigen Sets immer hintereinander und nicht zeitgleich auf. So ist bei jedem Set ungestörter Musikgenuss möglich.

Bisher konnte der Jazzclub bei seinen Shuffles auf viele bekannte Musiker der Szene wie zum Beispiel Ali Claudi, Yannick Monot und Nouvelle France oder Richie Arndt & The Bluenatics, aber auch diverse lokale Größen wie Figga’s Jazz Docs mit ihrem stimmgewaltigen Frontmann Dr. Jürgen „Figga“ Ulm zurückgreifen. Auf diese Weise erlebt auch der Kenner der deutschen Jazz-Szene auf der MS Westfalen immer wieder Überraschungen oder entdeckt die eine oder andere neue Lieblings-Band.

Wer dabei sein möchte, kann sich auf Samstag freuen: Dann sticht die MS Westfalen erneut in See, diesmal mit einem ganz neuen Line-up, das selbst für eingefleischte Shuffle-Fans Überraschungen bereithalten könnte. Zu hören sind die Dixie Company, die Boogie Boys und die Jimmy Reiter Band, Formationen, die ihr Debüt auf der Riverboat-Shuffle feiern – eine gute Gelegenheit also für ein einmaliges Jazz-Vergnügen. Björn Othlinghaus

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