Veranstaltung der Bürger-Energie in Lüdenscheid

Riesen-Andrang bei Autarkie-Event: Veranstalter muss Besucher nach Hause schicken

Photovoltaik-Anlage
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Photovoltaik ist eine Säule auf dem Weg zu klimafreundlicher Energie. 

Lüdenscheid – Autark leben, für viele Menschen ist das offenbar eine reizvolle Vorstellung. Eine Veranstaltung in Lüdenscheid zu diesem Thema platzte aus allen Nähten. Besucher wurden nach Hause geschickt. 

Zum Besuchermagnet entwickelte sich Mittwoch der Vortrag „Photovoltaik und Stromspeicher. Neue Entwicklungen und Erfahrungen – Technik, Wirtschaftlichkeit und Autarkie“ von Dr. Peter Asmuth, zu dem die Bürger-Energie Lüdenscheid im Rahmen ihres „Runden Tisches“ ins ehemalige Telekom-Gebäude am Rathausplatz eingeladen hatte. 

Mit dem Versprechen, dass Asmuth seinen Vortrag in Kürze wiederholt, mussten die Veranstalter gut 30 Besucher, die keinen Platz mehr im überfüllten Saal fanden, wieder nach Hause schicken. Für sie gibt es einen zweiten Termin. Am Mittwoch, 22. Januar, (Beginn 18.30 Uhr) trägt Dr. Peter Asmuth erneut vor – dann im Jürgen-Dietrich-Forum im Rathaus.

Experte klärt über Photovoltaik und Stromspeicher auf

„Überwältigt“ zeigte sich Bürger-Energie-Mitglied Claudius Bartsch von der riesigen Resonanz auf die Einladung. Sogar stehend und auf dem Boden sitzend verfolgten die mehr als 120 Besucher die Ausführungen des Experten, der von 2007 bis 2018 Vorstand der Stadtwerke Aachen war und sich – mittlerweile Rentner – nunmehr als Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie NRW für eine breite Einführung erneuerbarer Energien einsetzt.

Rede von Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber als Einstimmung

Mit der Einspielung einer Ansprache von Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber, langjähriger Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, an Fridays for Future-Aktivisten, umriss Asmuth den Hintergrund seines Vortrags. 

Dr. Peter Asmuth, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie NRW, referierte auf Einladung der Bürger-Energie Lüdenscheid über „Photovoltaik und Stromspeicher. Neue Entwicklungen und Erfahrungen – Technik, Wirtschaftlichkeit und Autarkie“.

„Ihr habt das Recht auf eurer Seite“, bescheinigte Schellnhuber darin den jungen Leuten. Einführend stellte Asmuth den Lüdenscheidern die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und ihre Arbeit als größter Solarverband Deutschlands vor. Eine Lebensdauer von rund 30 Jahren bescheinigte er den Photovoltaik-Modulen. 

Sorge bereitet der ins Stocken geratene Ausbau der Windenergie

Sorge bereite der DGS derzeit der ins Stocken geratene Ausbau der Windenergie. Auch der Ausbau der Photovoltaik sei zurzeit wieder rückläufig. Die Bürger seien gefordert, selbst etwas zu tun und ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. 

Pro Kopf liege der CO2-Fußabdruck in Deutschland derzeit bei etwa 11.000 Kilogramm im Jahr. Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach sei es möglich, diesen enorm zu reduzieren, bei einer 10-KW-Anlage um 7.000 kg im Jahr, bei einer 5-KW-Anlage um 3500 kg im Jahr. 

Asmuth: "Potential der Photovoltaik ist selbst in Deutschland gigantisch"

Anhand von Rechenbeispielen wies Asmuth nach, dass „das Potential der Photovoltaik selbst in Deutschland gigantisch ist“. Im Detail erklärte er den Aufbau, die Leistung und die Wirtschaftlichkeit einer Solarstromanlage. 

Bei einer 5-KW-Anlage mit Batteriespeicher und Eigenverbrauch von 75 Prozent würden sich die Anschaffungskosten von rund 6000 Euro beispielsweise nach elf Jahren amortisieren. Auch auf die E-Mobilität ging er in diesem Zusammenhang ein. 

Vision: Erst Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, dann E-Auto

„Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, macht viel schneller den Schritt zum E-Auto“, betonte er. Durch den direkten Vergleich der jährlichen Betriebskosten eines Autos mit Verbrennungsmotor und eines Autos mit Elektromotor wies er die wirtschaftlichen Vorteile für die E-Mobilität durch Photovoltaik-Anlagen nach. 

Abschließend kam Asmuth auch auf Fördermöglichkeiten (unter anderem die EEG-Vergütung und KfW-Kredite) zu sprechen. Nach dem Vortrag bestand für die zahlreichen Besucher noch die Gelegenheit, mit Asmuth über spezielle Fragen ins Gespräch zu kommen.

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