Landestheater Detmold zu Gast im Kulturhaus

Elfjähriger rettet seinen Freund

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Das Landestheater Detmold zeigte im Kulturhaus "Rico, Oskar und die Tieferschatten".

Lüdenscheid – Seine detektivischen Ermittlungen nimmt Rico auf, als er eine Nudel auf dem Gehsteig vor seinem Haus in Berlin-Kreuzberg findet. Am Ende stellt er einen Kindesentführter und rettet seinen Freund Oskar. 2008 schrieb Andreas Steinhöfel die Romanvorlage „Rico, Oskar und die Tieferschatten“.

Am Donnerstagvormittag inszenierte das Landestheater Detmold die Geschichte um eine ungewöhnliche Freundschaft im Kulturhaus. Das Drei-Personen-Stück wurde im Rahmen des Schultheaters gezeigt. Dementsprechend waren die Reihen mit Schülern Lüdenscheider Schulen gut gefüllt.

Und schon vor dem ersten Vorhang nahm Thomas Ehrlichmann als Rico im schmuddeligen Grobstrickpullover und in viel zu großen Jeans dem jungen Publikum die Schwellenangst, indem er sich zwischen die Reihen mogelte, mit den Schülern sprach und sie abklatschte. Was folgte, war die Geschichte um den elfjährigen Rico, tiefbegabt und Förderschüler, und seinen Freund Oskar, hochbegabt und in der Lage, die aktuelle Entfernung zum Mond auszurechnen.

Seit einigen Wochen entführt ,,Mister 2000“ Kinder in der Stadt und lässt sie für 2000 Euro Lösegeld wieder frei. Rico und Oskar wollen gemeinsam dem Entführer auf die Schliche kommen. Plötzlich ist Oskar weg. Rico nimmt all seinen Mut zusammen, um seinem Freund zu helfen. In der Inszenierung zeigte sich vor allem Paul Gräntzel als Oskar enorm wandlungsfähig, tauchte er doch mal als „Frau Dahling“ mit dem Teller Häppchen, mal als Entführer und dann wieder als Oskar auf. 

Auch Wenja Imlau als Ricos Mutter wechselte ihre Rollen blitzschnell. Insgesamt allerdings blieb das inszenierte Recht darauf, nicht perfekt sein zu müssen, unspektakulär. Thomas Ehrlichmann war als Rico kaum bis ins Parkett hinein zu verstehen, was eine erhöhte Aufmerksamkeit im Auditorium nicht gerade förderte.

Technische Finesse am Rande: Sowohl die „schwierigen Wörter“, die Rico in sein Buch schreibt, als auch einzelne Szenen wurden per Videokamera auf eine Leinwand aus Gardinenstoff übertragen. In Kombination mit Taschenlampenlicht ergaben sich dadurch spannende Effekte. Ein wenig mehr Aktionismus auf der Bühne, ein bisschen weniger lange Dialoge, vor allem aber mehr Phonstärke hätten der Inszenierung gut getan.

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