Im Kulturhaus: Prüfung oder die Strafe Gottes

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Im Themenkatalog des Zentralabiturs in Deutsch: Die Familiensaga „Hiob“.

Lüdenscheid - Das Ensemble des Rheinischen Landestheaters Neuss kommt nächsten Donnerstag, 2. Oktober, ab 19.30 Uhr mit der Familiensaga ,,Hiob“ von Joseph Roth ins Kulturhaus.

Die Inszenierung, die kurz vor dem Ersten Weltkrieg beginnt, gilt als Joseph Roths berühmtester Roman. Joseph Roth verschränkt die biblische Geschichte von Hiob, dem Gott ohne Grund alles nimmt, mit dem Schicksal des Menschen in der modernen Welt, der seine Kinder, seine Frau und seine Heimat verliert.

Was Mendel Singer, dem Dorfschullehrer aus Ostgalizien, widerfährt, ist ein Märchen, eine Heilsgeschichte wie die von Hiob, den Gott lehren wollte, dass Leiden und Entbehrungen nie sinnlos sind. Alles beginnt mit der Geburt des vierten Kindes, Menuchim, das an Epilepsie leidet.

In die Ehe zwischen Mendel Singer und seiner Frau Deborah zieht Entfremdung ein. Ist das behinderte Kind eine Prüfung oder Strafe Gottes?

Auch die drei anderen Kinder bereiten Sorgen: Der älteste Sohn meldet sich freiwillig zum Militär, der zweite wandert nach Amerika aus, die Tochter Mirjam lässt sich mit Kosaken ein.

Die Lebensumstände der Familie werden immer schwieriger, so dass sich Mendel und Deborah entschließen, mit Mirjam zum Sohn Sam nach Amerika zu ziehen und den behinderten Menuchim zurückzulassen.

Doch Sam fällt im Ersten Weltkrieg, der älteste Sohn ist als vermisst gemeldet, Mirjam wird verrückt, und Deborah stirbt vor Kummer. Nachdem Mendel alles ertragen hat und im Glauben unerschütterlich geblieben ist, beginnt er nun, an Gott zu zweifeln.

Erst ein Wunder, an das niemand geglaubt hätte, bringt die Wendung der Geschichte und seinen jüngsten Sohn zu ihm.

Das Stück sollte für alle, die in diesem und im kommenden Jahr Abitur schreiben besonders interessant sein, da es im Themenkatalog des Zentralabiturs für das Fach Deutsch gelistet ist, heißt es seitens des Kulturhauses, bekanntlich erschließe sich vieles leichter, wenn man es nicht selbst lesen muss, sondern vorgelesen bzw. gespielt bekommt.

Für die Veranstaltung gibt es Karten zu Preisen von sechs bis 7,50 Euro plus zehn Prozent Vorverkaufsgebühren an der Theaterkasse des Kulturhauses.

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