Rettung für den Seehund Jule

Dem kleinen Seehund Jule geht es nach der Rettungsaktion auf der Insel Föhr schon wieder viel besser.

Lüdenscheid - Sturmtief Christian war gerade übers Land gezogen und die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange, als das Robbenzentrum auf der Nordsee-Insel Föhr ein Notruf ereilte.

Und eigentlich wollte Kurt Bahr aus Lüdenscheid nur einmal seine Tochter Janine auf Föhr besuchen, als er kurzerhand mitten in die Arbeiten nach dem Sturm eingebunden war. Wie so oft war er – anstatt einige Tage Urlaub auf Föhr zu machen – im Robbenzentrum voll eingespannt. Kurt Bahr musste, wie seine Tochter den LN berichtet, Robben retten und Ställe für die Tiere wieder aufbauen.

„Eine kleine Robbe völlig erschöpft am Strand!“ So lautete die Meldung. Sofort machte sich das Team des Robbenzentrums auf dem Weg.

Ganz vorbildlich, schreibt Janine Bahr, hatten die einheimischen Finder und Melder des Tiers Abstand gehalten und auch alle Neugierigen vom Tier ferngehalten. „Wir haben schon einige Seehunde am Strand gefunden und wissen inzwischen genau, was zu tun ist“ erzählte Jule Brüggemann, die mit ihren drei Söhnen eigentlich am Strand Sturmfotos machen wollte.

Das alarmierte Team des Robbenzentrums konnte das untergewichtige und völlig erschöpfte Tier bergen und anschließend zur Erstversorgung mit ins Robbenzentrum nehmen. „Das kleine Seehundmädchen ist zwar viel zu leicht für sein Alter, aber außer einer kleinen Verletzung an den Flossen einfach völlig erschöpft und müde von dem Sturm“, erläutert Tierärztin Janine Bahr. Nach der ersten Flüssigkeitsgabe und viel Ruhe habe sich die kleine Jule – nach der Finderin benannt – schon gut erholt und wehre sich schon wieder ganz ordentlich, freut sich André van Gemmert vom Robbenzentrum Föhr.

Außer solchen Wetterkatastrophen seien es zumeist menschliche Einflüsse und Störungen, die den Robben im Wattenmeer zu schaffen machten. Seit vier bis fünf Jahren nähmen auch Lungenwurminfektionen unter den Seehunden kontinuierlich zu und sehr viele Jungtiere verendeten daran, wenn sie nicht früh genug gefunden und behandelt würden. Dies stelle eine neue, durch Umwelteinflüsse bedingte, Bedrohung der Seehunde dar, die die gesamte Population in der Nordsee immer mehr bedrohe.

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