Brände im Regenwald

Rettet den Amazonas! Frau aus MK startet Petition - fast 100.000 unterstützen sie

Waldbrände am Amazonas
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Waldbrände am Amazonas.

Lüdenscheid – Die Nachrichten über die Brände im brasilianischen Regenwald haben Marianne Grimmenstein erschüttert. Sie hat eine Petition "Rettet den Amazonas" gestartet. Innerhalb weniger Tage fand sie fast 100.000 Unterstützer. 

Marianne Grimmenstein ist wütend. Angesichts der verheerenden Brände im brasilianischen Regenwald wirft die ehemalige Musiklehrerin aus Lüdenscheid der Europäischen Union (EU) und der deutschen Bundesregierung Untätigkeit vor.

„In Brasilien brennt der Amazonas-Regenwald und Deutschland und die EU liefern den Brandbeschleuniger“, sagt Grimmenstein. Sie hat die Online-Petition „Rettet den Amazonas!“ gestartet. Seit Freitag haben fast 100 000 Unterstützer auf der Internetseite change.org unterzeichnet.

Online-Petition "Rettet den Amazonas"

In der Begründung fordert die Lüdenscheiderin die Bundesregierung zum sofortigen Handeln auf. Bis die Brände gelöscht sind, sollte Deutschland brasilianische Agrar-Importe stoppen – zum Beispiel von Rindfleisch. 

„Wir müssen weniger Fleisch essen. Uns muss klar werden: Unser Tun hat Folgen – an einem anderen Ort auf der Welt“, sagt Grimmenstein. Um Weideland für die Tiere zu gewinnen, wird Regenwald durch gezielte Feuer zerstört. Neben wirtschaftlichen Sanktionen solle Deutschland das Freihandelsabkommen Mercosur blockieren, um Druck auf die brasilianische Regierung auszuüben. 

Marianne Grimmenstein in ihrer Wohnung in Lüdenscheid. 

Grimmenstein wurde durch ihre Klage gegen das deutsch-kanadische Freihandelsabkommen Ceta 2014 bekannt. Vor dem Bundesverfassungsgericht errangen sie und 68 000 Mitkläger mit einer Bürgerklage einen Teilerfolg. 

Den selben Weg geht sie nun beim Freihandelsabkommen zwischen der EU und Singapur (EUSFTA). Ihre Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wurde vor wenigen Tagen zugelassen. Die Lüdenscheiderin sieht in dem Vertrag ein Demokratie-Defizit, weil auch beim EUSFTA Entscheidungsprozesse in nicht-öffentliche Handels- und Sonderausschüsse ausgelagert werden. 

Das Mercosur-Abkommen mit südamerikanischen Staaten wird zwar derzeit noch verhandelt; für Marianne Grimmenstein steht aber schon fest: „Wenn es zur Ratifizierung kommt, werde ich hundertprozentig dagegen klagen.“ Die Petition „Rettet den Amazonas!“ sei daher als Signal an die Bundesregierung zu verstehen.

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