Klinikum: Prof. Giebel sieht „Chance auf Veränderung“

Der Arbeitsalltag im Klinikum Hellersen gibt derzeit Anlass zu Diskussionen.

LÜDENSCHEID ▪ „Hier ergibt sich eine Chance auf Veränderung.“ Dieses Fazit zieht Prof. Dr. Gerfried Giebel aus den Erfahrungen der letzten Tage.

Sehr groß sei die Resonanz auf seinen Vorstoß gewesen, sagt er. Er habe keinen getroffen, der gesagt hätte, dass es nicht so sei; auch von Arbeitnehmervertretern habe er Zustimmung erhalten. Und: „Die Mitarbeiter hoffen sehr, dass ihre Arbeitsbedingungen verbessert werden.“ Er wünsche sich jedenfalls, so Giebel, dass Politiker nicht die Wirtschaftlichkeit vors Patientenwohl stellten: „Wir sind doch keine Fabrik, wir sind ein Krankenhaus.“

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Nicht beteiligen an den „jetzt öffentlich geführten Diskussionen“ will sich der Betriebsrat des Klinikums. Man wolle weder zu den Äußerungen des ehemaligen Klinikdirektors noch zu seiner Motivation Stellung nehmen, teilte Manfred Heise mit, als Betriebsrat 2. Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates. „Auch zu Beschlüssen und Diskussionen innerhalb des Aufsichtsrates kann und wird sich der Betriebsrat nicht äußern, da auch die dort entsendeten Mitglieder der Schweigepflicht unterliegen.“ Der Betriebsratsvertreter betont: „Aber ganz entschieden verwehrt sich der Betriebsrat gegen eine pauschale Verurteilung der hier tätigen Mitarbeiter, die sich seit Jahren unter zunehmend schwierigen Bedingungen für ihre anvertrauten Patienten einsetzen.“ Fünf Mitglieder des fünfzehnköpfigen Aufsichtsrates sind Arbeitnehmervertreter – eine Aufteilung, die eigentlich gewährleisten müsste, dass Kenntnisse über schlechtes (oder gutes) Arbeitsklima direkt in den Aufsichtsrat getragen werden. Doch auch eine solche Frage wollte Heise mit Hinweis auf Schweigepflicht nicht beantworten.

Sein Schweigen gebrochen hat hingegen Landrat Thomas Gemke. Er wolle vorhandene Probleme keinesfalls beschönigen, heißt es. Aber unterstützt von externen Beratern bemühten sich alle Beteiligten, „die Kliniken strukturell so aufzustellen, dass deren Zukunft dauerhaft gesichert ist“.

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