Reservisten geben sich eine neue Satzung

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Die Vorstandsmitglieder Hans-Joachim Groppel (r.) und Fred Lövenich (l.) setzten sich für die neue Satzung der Reservistenkameradschaft ein. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Die „Reservistenkameradschaft Lüdenscheid“ feiert im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum soll der Anlass sein, den aus der Kameradschaft hervorgegangenen „Reservistenverein Lüdenscheid“ umzuwidmen und damit den Bedürfnissen der modernen Zeit anzupassen.

Gegründet wurde der Reservistenverein aus der Not heraus. Nachdem Klaus Herrmann die „Reservistenkameradschaft Lüdenscheid“ im Jahr 1962 ins Leben gerufen hatte und deren erster Vorsitzender geworden war, fanden die Reservisten zunächst auf dem Gelände der heutigen Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) eine Heimat, bevor sie sich in den Räumen der belgischen Kasernen am Buckesfeld einquartierten.

Als jedoch die belgischen Soldaten aus Lüdenscheid abgezogen wurden, standen die Mitglieder der Reservistenkameradschaft auf der Straße – dringend musste ein neues Vereinsheim her. Da die Kameradschaft selbst keine Verträge abschließen kann, entschlossen sich die Verantwortlichen, ergänzend den „Reservistenverein Lüdenscheid“ zu gründen. Auf diese Weise war es möglich, das Trafohäuschen am Loher Wäldchen zu mieten, das noch heute als Reservistenzentrum fungiert.

Seither hat sich allerdings die Situation rapide verändert. Die Dienstzeit der Soldaten wurde stetig verkürzt und die Wehrpflicht letztlich ganz abgeschafft. „Diese Sparmaßnahmen führten dazu, dass unser Verein mit der Zeit keine neuen Mitglieder mehr bekam“, erklärt der heutige Vorsitzende des „Reservistenvereins Lüdenscheid“, Hans-Joachim Groppel.

Die Teilnahme an den Vereinsveranstaltungen fiel mit den Jahren immer dürftiger aus. Diese Entwicklung nehmen die Vorstandsmitglieder, allen voran Hans-Joachim Groppel und sein Stellvertreter Fred Lövenich, nun zum Anlass, in der ab dem 1. Januar 2012 gültigen, neuen Satzung den Zweck des Vereins zu modifizieren und ihm darüber hinaus einen neuen Namen zu geben: „Verein für Militärgeschichte Lüdenscheid“.

Die markanteste Satzungsänderung: Mitglieder brauchen nicht mehr in der Bundeswehr gedient zu haben, vielmehr kann jeder Bürger ab 14 Jahren dem Verein beitreten. Neben der Betreuung von Soldaten, ehemaligen Soldaten und Reservisten, die auch in der neuen Satzung verankert ist, steht nun als Kernaufgabe die Aufarbeitung von geschichtlichen Militärereignissen aller Zeitepochen im Vordergrund.

„Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Bundeswehr“, stellt Hans-Joachim Groppel klar. „Das Themenspektrum beginnt vielmehr bei den Römern, geht über das Mittelalter, den dreißigjährigen Krieg und den amerikanischen Bürgerkrieg und soll Bereiche wie Waffen, Uniformen, Fahrzeuge und Bauwerke abdecken.“ Mit dem umfangreichen Thema „Militärgeschichte“ möchte der neue Verein allen interessierten Bürgern viele Information bieten. „Denkbar wären für uns auch Kooperationen mit anderen heimischen Vereinen und Gemeinschaften, zum Beispiel mit dem Geschichts- und Heimatverein“, betont Hans-Joachim Groppel, der unter Tel.: 0 23 51 / 95 19 17 für weitere Infos zur Verfügung steht. Zum „Verein für Militärgeschichte“ wird in Kürze auch eine Internetseite (http://www.vmgl.de) erstellt, die allerdings noch nicht online verfügbar ist.

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