Zufall führt Polizei MK auf heiße Spur

Rätsel um Doppelgänger-Renaults: Wozu braucht ein Mann zwei identische Autos?

Zwei nahezu identische Fahrzeuge entdeckte die Polizei in Lüdenscheid - durch Zufall.
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Zwei nahezu identische Fahrzeuge entdeckte die Polizei in Lüdenscheid - durch Zufall.

Manchmal braucht es Zufälle, um ein Verbrechen aufzuklären. Und manchmal führen solche Zufälle zu neuen Fragen, wie dieser: Wozu benötigt ein Mann zwei identische Fahrzeuge, einschließlich des gleichen Kennzeichens? Jetzt muss die Polizei das Rätsel um die Doppelgänger-Renaults von Lüdenscheid klären.

Lüdenscheid - Bei einer Routine-Fahrt auf der Brunscheider Straße machten die Polizeibeamten am Freitag in Lüdenscheid eine seltsame Entdeckung. Drei Fahrzeuge vor dem Polizei-Wagen fuhr ein blauer Renault mit Essener Kennzeichen. Das erregte so lange keine Aufmerksamkeit der Polizeibeamten, bis sie am Rand der Straße an einem Wagen desselben Typs, derselben Farbe, mit dem gleichen Kennzeichen vorbeikamen. Vielleicht wäre selbst das nicht aufgefallen, hätte es sich bei dem Renault nicht um ein vergleichsweise seltenes Fahrzeug gehandelt. Bei dem Renault handelt es sich um den Minivan Espace der zweiten Generation, der zwischen 1991 und 1996 gebaut wurde. Nur noch wenige Exemplare sind auf deutschen Straßen unterwegs.

Doppelgänger-Renault an der A45 gestoppt: Fahrer gibt keine Erklärung

Die Polizeibeamten stoppten den fahrenden Renault an der Auffahrt zur Sauerlandlinie A45. Der 59-jährige Fahrer aus Essen äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Jetzt hatten die Polizeibeamten Lunte gerochen. Sie wollten der Sache auf den Grund gehen. Eine Überprüfung bestätigte die Beobachtung im Vorbeifahren: Es handelt sich tatsächlich um zwei Pkw mit ein und demselben Kennzeichen - und beide konnten dem Fahrer zugeordnet werden.

Fahrzeug-Identifikationsnummern waren unterschiedlich, gehörten aber nicht zu dem Kennzeichen

Dann folgte eine weitere Überraschung: Bei einem Vergleich der Fahrzeugs-Identifikations-Nummern kam heraus, dass das Kennzeichen weder an den einen, noch an den anderen Wagen gehörte, sondern für einen dritten baugleichen, aber roten Renault angemeldet war. Die Polizei stellte beide Fahrzeuge sicher und brachte den Fahrer zu seiner ehemaligen Adresse in Lüdenscheid. Vor Ort fanden die Polizeibeamten dann auch noch eine Art Autowerkstatt. Darin stand ein weiterer, in seine Einzelteile zerlegter Renault Espace der zweiten Generation - in blau, aber noch ohne Kennzeichen.

Da versteht die Polizei keine Spaß: Ermittlungsverfahren wegen mehrere Vergehen

Die Polizei in Lüdenscheid hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet - wegen Urkundenfälschung, Kennzeichen-Missbrauchs sowie Verstoßes gegen Pflichtversicherungs- und Kraftfahrzeugsteuergesetz.

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