Volme-Arbeiten hinterlassen deutliche Spuren

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Das Flussbett der Volme wird nach der Renaturierung bis zu 20 Meter breit.

LÜDENSCHEID - Die Volme plätschert weiter ruhig vor sich hin, während an ihren Ufern gewaltige Erdbewegungen im Gange sind. Bohrer und Schaufeln wühlen sich in die Hänge, Sägen dringen kreischend in Baumstämme. Stümpfe ragen teilweise noch schräg aus dem Boden.

Von Martin Messy

Der Fluss erhält zwischen der Ahelle und Brügge mehr Platz in seinem Bett. Die laufende Renaturierung hat schon deutliche Spuren hinterlassen.

Grund für die riesigen Umwälzungen ist nach Angaben der Stadtverwaltung, der Volme wieder mehr Raum zu geben und Überschwemmungsflächen zu schaffen. Bis zu 20 Meter breit soll das Flussbett an den weitesten Stellen werden. Einen guten Eindruck davon kann sich der Betrachter bereits jetzt vom Ortsausgang Brügge in Richtung der Einmündung zur Talstraße machen.

Gewaltige Erdbewegungen vollziehen sich zur Zeit an der Volme zwischen der Ahelle und Brügge.

Einerseits traten aus den Hängen zum Teil gewaltige Felsbrocken zu Tage, andererseits sollen im breiter werdenen Flussbett auch wieder Steine platziert werden. Aber es bleiben große Mengen an Erdaushub übrig, die auf Schadstoffe untersucht und zum Teil entsprechend getrennt entsorgt werden müssen, wie es kürzlich im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt hieß.

Von einem natürlichen Verlauf der Volme kann angesichts solcher Ausgrabungen sicherlich keine Rede sein. Dennoch geht die Renaturierung paradoxerweise auch auf Kosten der Natur. Der überwiegende Teil der bis zu 50 Jahre alten Bäume zwischen Ahelle und Brügge müssen erst einmal weichen.

Daher rührt auch der Protest einiger Naturschützer vom Naturschutzverband Nabu, die darin einen radikalen Kahlschlag, verbunden mit der Zerstörung von Vogelbrutplätzen sehen. Bis zum Frühjahr werden sich das Bild der Volme und die Blickwinkel auf das Umfeld jedenfalls deutlich verändern.

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