Reißverschlüsse: Über Lüdenscheid in Kreuzfahrtschiffe und Sportwagen

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Bürgermeister Dieter Dzewas lässt sich von Geschäftsführer Thorsten Potthoff die vielfältigen Einsatzgebiete von Reißverschlüssen erklären.

Lüdenscheid - Die Stadt der Knöpfe hat auch Reißverschlüsse: Im Zuge seiner Firmenbesuche war Bürgermeister Dieter Dzewas bei der Firma Interfast an der Kronprinzenstraße zu Gast.

 Die Tasche hat einen, die Jacke, die Hose sowieso. Aber dass auch Matratzen Reißverschlüsse brauchen, Zelte oder Schulterpolster von Sportrennwagen, das war nicht nur dem Bürgermeister neu.

 Am Donnerstag machte Dieter Dzewas im Rahmen seiner regelmäßigen Firmenbesuche bei der Firma Interfast an der Kronprinzenstraße Station.

 Geschäftsführer Thorsten Potthoff gab ihm und Dirk Aengeneyndt von der Stabstelle Wirtschaft/Arbeitsmarkt einen Einblick in die Welt des Handels mit einer unverzichtbaren Ware.

 In einer Stadt, die mit der Fertigung und dem Handel von Knöpfen wirtschaftlich groß geworden ist, ist der Reißverschluss im doppelten Sinne ein Importgeschäft. Er habe, erzählte Thorsten Potthoff, das 1994 am Niederrhein gegründete Unternehmen vor ein paar Jahren gekauft, als einer von drei Gesellschaftern.

 Potthoff, eigentlich branchenfremd, nutzte es als Chance für Veränderung, zog mit dem Unternehmen und 86 Europaletten Material nach Lüdenscheid und baut seitdem den Markt für den Handel mit Reißverschlüssen aus Fernost zielgerichtet aus.

 „Wenn oben in Papenburg ein Schiff ausläuft, sehen wir das an unseren Bestellungen“, erfuhren seine Besucher unter anderem. Denn auch die Möbelindustrie zählt zu seinen Kunden. Entsprechend groß sind die Mengen, mit denen gehandelt wird – in allen Farbschattierungen, von denen 160 am Lager sind. Potthoff weiß, dass allein in Lüdenscheid 29 Schneider sitzen, von denen einige gelegentlich vor der Tür stehen um einzelne Reißverschlüsse zu kaufen. Das gehe allerdings nicht, so Potthoff: „Wir liefern ab 100 Stück bis 24000 Meter in einer Bestellung. Wir sind nur auf Industrie und Großhandel ausgerichtet.“

 Vier Personen Stammbesetzung liefern aus dem runderneuerten Altbau an mehr als 600 Kunden. Dass mit Interfast neues Leben in alte Fabriketagen gezogen ist, fand der Bürgermeister gut: „Ich freue mich über jeden, der in die Geschossigkeit geht“, sagte er mit Blick auf das große Lager unterhalb des Büros. Das spare Flächen, stellte er zufrieden fest.

 Grundsätzlich zufrieden mit dem Standort zeigte sich auch Thorsten Potthoff – wenn da nur nicht das Problem mit einer wohl falsch angelegten Parkplatzsperrfläche wäre, was bei Lkw-Anlieferungen schon mal zu Schwierigkeiten beim Rangieren führe. Die Anmerkung nahmen die Gäste aus dem Rathaus wohlwollend mit dorthin zurück – nebst vielen neuen Eindrücken zu einem „Markt ohne Ende“.

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